Nachruf Dr. Barbara Polaczek

Wir haben die traurige Aufgabe, Ihnen vom Tod von Dr. Barbara Polaczek berichten zu müssen, die am 17. März 2018 nach schwerer, aber in bewunderungswürdiger Hal­tung durchgestandener Krankheit im Alter von 50 Jahren verstorben ist.

Barbara PolaczekBarbara Polaczek hat in Regensburg und Lon­don studiert und wurde 1997 in Re­gens­burg mit der Arbeit „Apokalypseil­lu­stra­tion des 12. Jahrhunderts und weib­liche Frömmigkeit“ promoviert. Ihr be­son­deres Interesse galt fortwährend der mit­tel­alterlichen Kunst und Architektur (ins­be­son­dere Buchmalerei und -herstel­lung), der Kunst der Britischen Inseln sowie der zeitgenössischen Kunst und Architektur. Nach verschiedenen Statio­nen in Museen und Verlagen widmete sie sich von 1998 bis 2000 dem Aufbau und der Leitung des Ersten Deutschen Tür­mer­museums in Vilseck. Anschließend folgte eine siebenjährige Tätigkeit als Lektorin im Verlag Schnell & Steiner. Im Septem­ber 2008 gründete sie das Büro „text.inhalt.form“ und war fortan mit den Schwer­punk­ten Lektorat, Text- und Layout­be­ratung und Museumsdienst­leistungen selbständig tätig.

Sie hat in unserem Vorstand über acht Jahre die Gruppe der Freien Berufe seit dem Marburger Kunsthistorikertag 2009 bis zum März 2017 vertreten. In dieser Zeit hat sie sich überaus engagiert für die Kolleginnen und Kollegen dieser Berufsgruppe einge­setzt; mehr noch: Ohne Übertreibung dürfen wir feststellen, dass sie diese Berufs­grup­pe regelrecht neu für den Verband gewonnen hat. Sie hat die Verbandsarbeit in diesem Feld neu profiliert, etwa durch Existenzgründerseminare, aber gerade auch durch ver­bands­politische Arbeit. So hat sie den Verband mit großem Engagement im Deut­schen Kunstrat vertreten und sich in Ausschüssen des Deutschen Kulturrates stets für die Belange der freiberuflich Tätigen und Selbständigen eingesetzt.

Das alles wäre jedoch kein vollständig gezeichnetes Bild von Barbara Polaczek, wenn nicht auch ihre besonders warmherzige Persönlichkeit hier Erwähnung fände. Jeder, der sie kannte, wird sofort wissen, was wir hiermit meinen. Barbara Polaczek war über viele Jahre eine integrierende Kraft in unserem Verband, die auch, wann immer es ihr nötig schien, als Brückenbauerin fungierte. Nie hat sie sich gescheut, sich auch schwie­ri­gen Aufgaben zu stellen.

Ihrem Ehemann Udo Lohr, der während der Krankheitszeit in unbeirrbarer Weise mit ihr zusammen und auch für sie um ihr Leben – das immer, auch bis ganz zuletzt, durch Freundschaften und Gastfreundschaft geprägt war – gekämpft hat, gilt unser Mitgefühl und zugleich unser Dank für diese kaum in Worte zu fassende, menschliche Leistung.

Wir alle werden Barbara Polaczek vermissen und sie zugleich in wärmster Erinnerung behalten.

Marcello Gaeta
Kilian Heck
Barbara Welzel
Iris Wenderholm