Zur Zukunft der Berliner Museumslandschaft

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz teilt in ihrem Positionspapier vom 21. August 2013 mit, dass die Gemäldegalerie in ihrer jetzigen Form am Kulturforum auf ab­seh­bare Zeit erhalten bleibt. Für die angemessene Präsentation der Kunst des 20. Jahr­hun­derts ist zugleich ein Neubau auf dem Gelände des Kulturforums geplant.

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e. V. begrüßt ausdrücklich die Entscheidung, die Alten Meister auch künftig in Gänze auszustellen. Sie deckt sich exakt mit der Forderung des Verbandes, diese Werke nicht auf unabsehbare Zeit für Besucher und Forschung zu entziehen. Die möglichst vollständige Präsentation der Alten Meister war – auch wenn das in den jetzigen Stellungnahmen kaum Erwähnung findet – im Som­mer 2012 ernstlich bedroht. Am damaligen Vorhaben, eine Privatsammlung des 20. Jahr­hunderts innerhalb der Räume der Gemäldegalerie am Kulturforum unterzu­bringen und zugleich den Großteil der Gemälde des Mittelalters und der frühen Neuzeit sowie eine Vielzahl von Skulpturen des Bode-Museums auf viele Jahre ins Depot zu ver­bannen, entzündete sich weltweit bei vielen Kolleginnen und Kollegen entschiedene Kritik.

Hieraus entstand unter der Ägide unseres damaligen Vorsitzenden Georg Satzinger der Protest des Verbandes. In einer beispiellosen Aktion wurden rund 8500 Unter­schriften aus dem In- und Ausland gegen diese Pläne auf der Website unseres Verbandes zusammengetragen und dem Staatsminister für Kultur und Medien Bernd Neumann überreicht. Der Protest richtete sich ausdrücklich nicht gegen den lange geplanten Umzug der Gemäldegalerie zur Museumsinsel, sondern gegen die aus Sicht des Vorstandes unverantwortlichen Pläne, zwei vor kurzer Zeit erst in ihrer ganzen Breite wiederge­wonnenen Sammlungen in weltweit einzigartiger Dichte und Vielfalt ohne angemessene neue Unterkunft der Öffentlichkeit und Fachwelt für viele Jahre zu entziehen.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals allen damaligen Unterzeichnern ausdrücklich für ihre Solidarität danken! Ihr Engagement hat - dessen sind wir sicher - entschieden dazu beigetragen, dass die Situation sich nicht zu Ungunsten der Alten Meister ent­wickelt hat.

Das gemeinsame Positionspapier der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Staat­lichen Museen Berlin zur Zukunft der Berliner Museumslandschaft und die von der Stiftung in Auftrag gegebene Variantenuntersuchung sind auf der Webseite der Stiftung unter www.preussischer-kulturbesitz.de einsehbar. Die Stiftung Preußischer Kultur­besitz lädt die Mitglieder des Verbandes zur Diskussion der Pläne ein und bittet bei Interesse um Kontaktaufnahme mit der Stiftung.