Bibliotheca Hertziana
Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom

Die Bibliotheca Hertziana ist eine Stiftung von Henriette Hertz (1846–1913) und wurde 1913 als Institut der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (seit 1948 Max-Planck-Gesellschaft) eröffnet. Ihre Zweckbestimmung ist die Erforschung der italienischen Kunst der Nachantike, insbesondere der Renaissance und des Barock. Seit 1977 verfügt das Institut über zwei Direktorenstellen, die mit der Architektur und den Bildkünsten zwei wissenschaftliche Schwerpunkte vertreten. Die Forschung an der Bibliotheca Hertziana ist jedoch nicht auf einzelne Gattungen oder Epochen beschränkt, sondern gilt der gesamten italienischen und vor allem römischen Kunst sowie ihrer Bedeutung für die europäische Kunstgeschichte.

Die Bibliotheca Hertziana versteht sich als Ort wissenschaftlichen Austauschs und Dialogs zur italienischen Kunstgeschichte und veranstaltet regelmäßig internationale Tagungen zu zentralen Forschungsschwerpunkten des Instituts. Die Mitglieder des Instituts beteiligen sich aktiv an der Lehre an deutschsprachigen und italienischen Universitäten. Außerdem entwickelt und realisiert die Bibliotheca Hertziana innovative Datenbank- und Digitalisierungsprojekte.

Die Bibliothek des Instituts ist weltweit eine der umfangreichsten zur italienischen Kunstgeschichte. Sie hält aktuell rund 295.000 Bände, darunter rund 10.000 wertvolle, alte Bücher sowie mehr als 1100 laufende Zeitschriften, und bietet damit ihrem internationalen Publikum ein hervorragendes Arbeits­instrument. Die Bibliotheca Hertziana ist unter anderem Mitglied des Kunstbibliotheken­fachverbunds Florenz–Paris–München–Rom.

Die Fotothek des Instituts verfügt derzeit über einen Bestand von mehr als 820.000 Fotografien, Negativen und digitalen Fotos. Aufgabe der Fotothek ist die Dokumentation der italienischen Kunst von der Spätantike bis circa 1850 vor allem in Rom und Süditalien. Neben dem Ankauf kompletter Archive sind bedeutende Schenkungen und Nachlässe in die Fotothek eingegangen, darunter jene von Richard Krautheimer und Hanno-Walter Kruft sowie das gesamte Gernsheim Corpus of Drawings.

Ein zentrales Anliegen des Instituts ist die Förderung und Ausbildung des wissen­schaft­lichen Nachwuchses. Öffentlich ausgeschriebene Stipendien für Doktoranden und Postdoktoranden bieten Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Forschungsprojekte am Institut durchzuführen. Hinzu kommen Arbeitsmöglichkeiten in der Fotothek oder in diversen Forschungsprojekten. Jährlich stattfindende Studien- und Archivkurse sowie Vorträge dienen der spezialisierten Weiterbildung.

Institutsmitglieder und externe Kunsthistoriker können ihre Forschungsergebnisse in Einzelpublika­tionen oder in den vier am Haus betreuten Schriftenreihen veröffentlichen: im Römischen Jahrbuch der Bibliotheca Hertziana, in den Römischen Forschungen der Bibliotheca Hertziana, den Römischen Studien der Bibliotheca Hertziana sowie den Studi della Bibliotheca Hertziana.

Kontakt

Bibliotheca Hertziana
Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte
Via Gregoriana 28
I-00187 Rom
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Telefax: +39 0669 993 333
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