Böhmen – Sachsen – Schlesien

Samstag, 11.03.2017
9.00–16.15 Uhr, Chemie, HS 1

Leitung: Mateusz Kapustka, Zürich / Jiří Kuthan, Prag / Katja Schröck, Bamberg

Beschreibung

Die geografische Lage der drei mitteleuropäischen Nachbarregionen: Böhmen, Sachsen und Schlesien ließ im Lauf der Jahrhunderte zahlreiche gegenseitige Verknüpfungen entstehen, deren künstlerische Aspekte in der Sektion untersucht werden sollen. Bedeutsame Bezugspunkte stellen hierbei die Formierungsprozesse der Territorialherrschaften und die Machtentfaltung des böhmischen Staates in der Regierungszeit der Přemysliden und der Luxemburger, die österreichischen Erbfolgekriege, die Nationalstaatenbildung wie die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts dar. Ebenso bildeten die sozialpolitisch und religiös motivierte hussitische Bewegung, die Reformation und Gegenreformation wie auch die Industrialisierung wesentliche Faktoren für eine gegenseitige Annäherung und Entfernung der drei Regionen.

Innerhalb dieses historischen Spektrums soll in der Sektion nach den lokalen Trägern einer Identitätsbildung gefragt werden. Diese Problematik wird auf regionaler und interregionaler Ebene exemplarisch im Kontext der reziproken Verknüpfungen zwischen Böhmen, Schlesien, Sachsen und der Lausitz im 14.–18. Jh. untersucht. Dabei wird die Frage der Anwendbarkeit von aktuellen globalen Begrifflichkeiten der Kunstgeschichte im regionalen Kontext anhand der Beiträge zu den Migrationen von Stilen, Vorbildern und Künstlern samt ihrem sozial-politischen Hintergrund, zur Etablierung der interregional geprägten Sammlungen, zu der Rolle der »Brückenlandschaften«, wie auch zu der epochen- und länderübergreifenden Rezeption der Künste der drei Nachbarregionen in der Kunstgeschichte kritisch zur Diskussion gestellt.

Sektionsvorträge


9.00–9.30 Uhr
Einführung durch die Sektionsleitung

9.30–10.00 Uhr
Marius Winzeler, Prag
Vom böhmischen Gusto im Sachsen des 18. Jahrhunderts – Aspekte der Sammlungsgeschichte, Hof- und Auftragskunst vor dem Hintergrund von lokaler Identität und internationalem Anspruch

10.00–10.15 Uhr
Diskussion

10.15–10.45 Uhr
Andrzej Kozieł, Breslau
Bohemian Painters in Silesia in the Baroque Period. Career Paths and Recipes for Success

10.45–11.00 Uhr
Diskussion

11.00–11.45 Uhr
Pause

11.45–12.15 Uhr
Evelyn Reitz, Rom
Das Nachleben der rudolfinischen Kunst. Regionale und überregionale Rezeption eines europäischen Phänomens

12.15–12.30 Uhr
Diskussion

12.30–14.00 Uhr
Pause

14.30–15.00 Uhr
Jana Peroutková, Prag
At the Breaking Point – the Beautiful Style, the Spiritual Atmosphere and the Art on the Eve of the Hussite Revolution in Bohemia

15.00–15.15 Uhr
Diskussion

15.15–15.45 Uhr
Kai Wenzel, Görlitz
Die Oberlausitz. Eine künstlerische Brückenlandschaft zwischen Böhmen, Sachsen und Schlesien

15.45–16.15 Uhr
Diskussion