Denkmalpflege

Denkmalpflege und Denkmalschutz sind in Deutschland Ländersache. Von Land zu Land ist folglich mit gewissen Unterschieden vor allem in den Organisationsstrukturen zu rechnen. Meist gibt es eine Fachbehörde (Landesamt). Mit ihr arbeiten die auf kommunaler oder Kreisebene angesiedelten Denkmalschutzbehörden zusammen. Bildet in den Landesämtern die fachliche Arbeit den Schwerpunkt, beispielsweise Denkmalerfassung und -inventarisation, Bauforschung oder die Beratung der Denkmaleigentümer, so steht in den Denkmalschutzbehörden der unmittelbare Gesetzesvollzug im Vordergrund. Hierzu gehören u. a.  die Erteilung von Genehmigungen und die Kontrolle ihrer Einhaltung.

Für Kunsthistoriker sind bei dieser Tätigkeit Kenntnisse zur Bau-, Kunst- und Kulturgeschichte der jeweiligen Region erforderlich. Nicht nur Kirchen, Schlösser, Wohnhäuser oder Fabrikgebäude sind dabei zu berücksichtigen, das breite Spektrum reicht hin bis zu Gegenständen der Volkskunde. Speziell in der praktischen Denkmalpflege werden weitere Fachgebiete berührt, wie etwa Bautechnik, Chemie oder Physik. Darüber hinaus benötigt man Kenntnisse des Denkmal-, Bau- und des allgemeinen Verwaltungsrechts.

Aus dem Wissen zum Objekt erarbeiten Kunsthistoriker gutachterliche Stellungnahmen zu seinem  Denkmalwert oder zu denkmalpflegerischen Maßnahmen. Denkmalpfleger sind viel unterwegs, da viele Fragen sich nur am Gegenstand selbst untersuchen oder erörtern lassen. Hierzu gehört auch oft das Besteigen eines Gerüsts.

Denkmalpflege ist in der Regel das Ergebnis der Zusammenarbeit u. a. mit Eigentümern, Planern, Restauratoren, Naturwissenschaftlern, Handwerkern und oft auch Vertretern anderer Behörden. Zwar räumen die Denkmalschutzgesetze auch Möglichkeiten des Zwangs ein, das Übergewicht liegt aber im Überzeugen. Hierzu tragen auch Vorträge und Veröffentlichungen bei.

Neben studienbegleitenden Praktika ermöglichen es vor allem die in vielen Landesämtern angebotenen Volontariate, diese Kenntnisse zu erwerben. An mehreren Hochschulen gibt es Aufbaustudiengänge. Eine thematisch entsprechende Promotion ist von Vorteil, aber nicht immer Voraussetzung.