Drehscheibe Dresden.
Lokale und globale Austauschbeziehungen und Wechselwirkungen zwischen inter­natio­na­ler Moderne und regionaler Kunstszene

Donnerstag, 9. März 2017
9.00–15.45 Uhr, Chemie, HS 1

Leitung: Susanne König, Leipzig/Potsdam / Gilbert Lupfer, Dresden / Frank Zöllner, Leipzig

Beschreibung

In dieser Sektion sollen Austauschbeziehungen und Wechselwirkungen auf den Gebieten der Kunstproduktion, -distribution und -rezeption am Beispiel der Stadt Dresden, Gastgeberin des Kunsthistorikertages 2017, untersucht und der Topos einer vermeintlich nur lokal wirksamen Kunst befragt werden. Dresden als Stadt des Barocks und des 19. Jahrhunderts ist weitgehend bekannt, weswegen diese Sektion sich auf das 20. Jahrhundert konzentriert. Vorurteile wie provinzielle Kunst und regionale Abgeschlossenheit haften an diesem Ort, obwohl er mit Projekten wie der Gartenstadt Hellerau, den Deutschen Werkstätten und dem Deutschen Werkbund, durch die Arbeiten der Künstlergruppe »Brücke« sowie die Internationale Kunstausstellung Dresden (1926) wegweisend für die Avantgarden in Kunst und Architektur der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts war. Zu fragen wäre hier genauso nach den überregionalen bzw. internationalen Verbindungen und Einflüssen wie nach lokalen Vernetzungen.

Das Verdikt des Provinziellen trifft die Zeit zwischen 1945 und 1990 noch deutlich mehr. Hier könnten Studien zu Auslandsaufenthalten von Künstlern und Künstlerreisen sowie internationalen Ausstellungen die überregionale oder gar internationale Vernetzung der Dresdner »DDR-Kunst« untersuchen. In diesem Zusammenhang sind auch Forschungen zur Migration sowie die Auswirkungen der Überführung von Kunstwerken nach oder aus Dresden von Interesse. Es ist einerseits zu fragen, welche Auswirkungen die Übersiedlung bedeutender Protagonisten in die BRD hatte – und welche Wirkung die in Dresden verbliebenen Künstler entfalten konnten. Andererseits ist von Interesse, inwieweit durch die Neuinszenierung derselben emigrierten Künstleravantgarden in den Jahren nach 1990 eine Modernität in Dresden implementiert wurde, die heute Teil des kulturellen Selbstverständnisses der Stadt ist.

Sektionsvorträge


9.00–9.30 Uhr
Einführung durch die Sektionsleitung

9.30–10.00 Uhr
Birgit Dalbajewa, Dresden
Dresden als Schauplatz konstruktiv-abstrakter Tendenzen in den 1920er Jahren. Eine Fallstudie zur Rezeptionsgeschichte der Werke von Mondrian, Lissitzky, Kandinsky, Klee und Moholy-Nagy in Deutschland

10.00–10.15 Uhr
Diskussion

10.15–10.45 Uhr
Birgit Schwarz, Wien
DADA in Dresden

10.45–11.00 Uhr
Diskussion

11.00–11.45 Uhr
Pause

11.45–12.15 Uhr
Klara Němečková, Dresden
Knotenpunkt »Deutsche Werkstätten« – Transregionale Verortung einer Dresdner Vision

12.15–12.30 Uhr
Diskussion

12.30–14.00 Uhr
Pause

14.00–14.30 Uhr
Annegret Karge, Dresden
»Ein für das kulturelle Klima der DDR beispielhafter öffentlicher Disput« – Genese und Resonanz des 1968 erschienenen »Dresdner Bilderbuchs« von Ernst Hassebrauk und Fritz Löffler

14.30–14.45 Uhr
Diskussion

14.45–15.15 Uhr
Antje Kramer-Mallordy, Rennes
Kunstkritiker aller Länder, vereinigt Euch? Die 26. Generalversammlung der AICA 1974 in Dresden als Schauplatz internationaler Kunst- und Kulturpolitik

15.15–15.45 Uhr
Diskussion