Fachforum Film

Der filmische Raum

Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Film ist nach wie vor ein Desiderat unseres Faches. Ziel der Initiative ist es, konzeptuelle Grundlagen und exemplarische Analysen zu erarbeiten, die diesen Forschungsbereich im Rahmen einer vergleichenden historischen Bild- und Medienwissenschaft verankern. Hinsichtlich der anstehenden intermedialen Forschungsaufgaben bietet sich der Fokus auf den Film als dynamisierte ästhetische Raumkonstruktion als signifikant an, denn er thematisiert jene fundamentale, in der europäischen Kultur der frühen Neuzeit erfundene Operation, die allen Sparten der Kunstproduktion seither eignet und ihre Geschichte konstituiert: die Schaffung eines sich selbst durch Grenzen definierenden und doch zugänglich scheinenden imaginären Raumes, der erfahren sein will, Bedeutungen vermittelt, evoziert oder auch entzieht. Anknüpfend an bereits vorhandene Studien wäre zu untersuchen, wie sich der filmische Raum zur Raumkonstruktion der traditionellen Kunstgattungen verhält, aber auch, wie sich seine Relation zur avantgardistischen Auflösung tradierter Raumkonzepte darstellt.

Die Frankfurter Arbeitsgruppe bemüht sich derzeit um eine historisch-kritische Erschließung der film- und kunsttheoretischen Konzepte zum filmischen Raum und bereitet auf der Grundlage der Regensburger Sektion und des Forums eine erste Sammlung von Fallstudien vor. Explizit soll neben der „Konstruktion“ auch die „Reflexion“ des filmischen Raums – letztere nicht nur im Film selbst, sondern auch in anderen Künsten und den (Neuen) Medien - befragt werden. Nicht allein die visuellen, sondern auch die (bisher in der Forschung vernachlässigten) auditiven Bausteine des filmischen Raums sollen in ihrer Funktion systematischer erforscht werden. (Forschungsprojekt Simon Kopp) Die übergeordnete Frage nach der Struktur und Verarbeitung des filmischen Raums richtet sich stets sowohl auf die Filmgeschichte und Filmtheorie selbst als auch auf die Wirkungsgeschichte, Rezeption und Bearbeitung filmästhetischer Mittel in der zeitgenössischen Kunst. Teilaspekte werden im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts „Reflexion der filmischen Räume“ bearbeitet; Einzelprojekte in Frankfurt (Prof. Dr. Regine Prange, Dr. des. Ralf Michael Fischer, Dr. Henning Engelke), Köln (Prof. Dr. Ursula Frohne) und Jena (Prof. Dr. Karl Sierek, Dr. Malte Hagener).
Eine Fortsetzung der Regensburger Diskussion in zukünftigen Rundgesprächen ist angestrebt, Vorschläge und Projektskizzen sind willkommen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Regine Prange
Johann Wolfgang Goethe Universität
Kunstgeschichtliches Institut
Hausener Weg 120
60489 Frankfurt am Main
Tel. 069 798-28427
r.prange(at)kunst.uni-frankfurt.de

Dr. Henning Engelke
Johann Wolfgang Goethe Universität
Kunstgeschichtliches Institut
Hausener Weg 120
60489 Frankfurt am Main
Tel. 069 798-22489
engelke(at)kunst.uni-frankfurt.de