Nachwuchsforum

Mittwoch, 8. März 2017
15:45–17:30 Uhr, Chemie, HS 1

Beyond Boundaries. Kommentare zur Wechselwirkung von Lokalität und Globalität in der Kunst


Moderation: Josefine Kroll, Dresden / Juliane Gatomski, Dresden / Florian Kayser, Dresden / Anna Zimmerhackel, Dresden

Call dt.

Call for Papers

Einsendefrist: 22. Januar 2017

(English version below)

Die sogenannte Flüchtlingskrise im Jahr 2015 markierte einen Wendepunkt in der jüngsten europäischen Geschichte. Der Massenzustrom von Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, um vor dem Krieg zu fliehen, hat die Länder der Europäischen Union vor große wirtschaftliche, gesellschaftspolitische und besonders kulturelle Herausforderungen gestellt. Das Spannungsfeld von Lokalität und Globalität, welches im Mittelpunkt des 34. Deutschen Kunsthistorikertages steht, erhält hierdurch eine besondere Aktualität, zumal Fragen nach künstlerischen Migrationsprozessen sowie nach Konstruktion und Dekonstruktion von Identität integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Diskurse im Rahmen dieser Tagung sein werden.

Das Nachwuchsforum möchte sich der Frage zuwenden, wie vor dem Hintergrund geografischer Mobilität einerseits und durch den Neubeginn in einer fremden Umgebung andererseits die Dekonstruktion vertrauter Identitätsschemata mit der Konstruktion neuer kultureller Identifikationsangebote durch Kunst, ihre Geschichte und deren Vermittlung verknüpft ist. Es soll dabei nicht allein um Fragen der Aufarbeitung sozialer und politischer Herausforderungen im Rahmen moderner und zeitgenössischer Kunst gehen, sondern auch das Mittelalter und die Frühe Neuzeit in den Blick genommen werden. Wie groß ist der gesellschaftlich konstituierende Einfluss von Kunst und ihrer Historizität? Wie kann bildende Kunst und die Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte dazu beitragen, Menschen in einer fremden Umgebung eine Integrationshilfe zu sein? Welche Bedeutung wohnt(e) der Mobilität von Künstlern und Kunstwerken in Bezug auf Integrationsprozesse und Identitätsbildung inne und welche Rolle spielt(e) dabei der jeweilige Beweggrund? Aber auch gattungsspezifische Fragen sollen thematisiert werden: Welche Wirkung entfaltet(e) Architektur oder Bildhauerkunst im öffentlichen Raum? Inwiefern waren Gemälde und vor allem Druckgrafiken ein Motor für den kulturellen Austausch? Welche Medien leisten dies in der heutigen Zeit? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann hierbei wertvolle Einblicke liefern, nach welchen Maßstäben sich in Vergangenheit und Gegenwart kulturelle Identität manifestiert und darüber hinaus gesellschaftliche Akzeptanz konstituiert hat.

Zugleich sind Beiträge zu praxisnahen und aktuellen Konzepten kunstwissenschaftlicher Institutionen ausdrücklich willkommen, um auszuloten, inwiefern beispielsweise museumspädagogische Angebote, spezifische Ausstellungskonzepte, gemeinsame Kunstprojekte oder denkmalpflegerische Maßnahmen zur Konstruktion neuer Identitäten vor Ort beitragen können und welche Wechselwirkungen zwischen den Interagierenden dabei entstehen.

Interessierte Nachwuchswissenschaftler/-innen werden gebeten, ein Exposé (max. 300 Wörter) einschließlich Titel für die Einzelvorträge sowie einen kurzen Lebenslauf bis zum 22. Januar 2017 für ein siebenminütiges Impulsreferat in deutscher oder englischer Sprache einzureichen, welches Ausgangspunkt für Erfahrungsaustausch und rege Diskussionen im Rahmen des Forums darstellen soll. Bitte richten Sie die Einsendungen an folgende Adresse: josefine.kroll(at)tu-dresden.de.

Die ausgewählten Referentinnen und Referenten werden bis zum 06. Februar 2017 benachrichtigt.

Zum Besuch des Nachwuchsforums sind alle interessierten Tagungsgäste herzlich eingeladen!

Organisation und Leitung des Nachwuchsforums:
Juliane Gatomski, Florian Kayser, Josefine Kroll und Anna Zimmerhackel (Dresden)

Call engl.

Call for Papers

Deadline: 22nd January 2017
 
The so-called refugee crisis of 2015 marked a turning point in the most recent European history. The massive stream of people who left their homes fleeing from war in their home countries has confronted the states of the European Union with enormous economical, socio-political and, mainly, cultural challenges. Thus, discussion about tension between locality and globality, which is in the focus of the 34. Deutscher Kunsthistorikertag, has been given a special relevance, in particular since questions about artistic migration processes as well as the construction and deconstruction of identity will be an integral part of the academic discourse within the framework of this conference.

In light of this, the Nachwuchsforum wants to discuss how, against the background of geographical mobility on the one hand and the restart in foreign surroundings on the other hand, a deconstruction of familiar schemes of identity can be linked with the construction of new offers of identity that are provided by art, its history and its exploration. The focus therefore is not only on the reappraisal of social and political challenges as part of a discourse of modern and contemporary art, but also as an integral feature of Mediaeval and Early Modern art-historical topics. How great has the social constitutive impact of art and its history been? How can the fine arts and academic discussions about its history help to integrate people from different cultural backgrounds into a society which is strange to them? What is the significance of the mobility of artists and their works of art in processes of integration and in forming new / affirming existing identities and how important are the respective reasons for their mobility?
Genre specific questions can also be raised: What effect do architecture or sculpture have in the public space? To what extent have paintings and, above all, printed graphics been a driving force for cultural exchange? What equivalent media is capable of this in today's world? The discussion of such questions may provide us with a highly valuable insight into the means in which history and the present manifest their cultural identity and also constitute their social acceptance.

Furthermore, contributions about practically relevant and topical concepts of art historical institutions are highly welcomed, as they may give us the opportunity to discuss, for instance, the ways in which museum educational programs, specific concepts of exhibitions, joint art projects or preservation measures can contribute to a construction of new identities on-site and which interaction between the members of the artistic community may arise and form a new perspective by these exchanges.

Abstracts (max. 300 words) for a keynote speech of 7 minutes in English or German including a title and a short curriculum vitae are invited by the 22nd January 2017. The keynote speeches will form the starting point for an exchange of experiences and discussions within the forum. Please send your applications to josefine.kroll(at)tu-dresden.de.

The selected keynote speakers will be informed by the 6th February 2017.

All interested guests to the conference are warmly welcomed to the Nachwuchsforum!
 
Organisation and leading of the Nachwuchsforum:

Juliane Gatomski, Florian Kayser, Josefine Kroll, Anna Zimmerhackel (Dresden)