Forum Kunsthistorisches Publizieren

Samstag, 11. März 2017
16:30–18:30 Uhr, Hörsaalzentrum, HS 2

Vom eigenen Erfolg überwältigt? Potenziale und Probleme kunsthistorischen Publizierens


Moderation:
Johannes Grave, Bielefeld / Britta Hochkirchen, Bielefeld

Beiträge: Katja Bernhardt, Berlin / Christine Tauber, München / Holger Liebs, Berlin / Hubert Locher, Marburg / Nils Büttner, Stuttgart

Vermutlich hat das Fach Kunstgeschichte nie so viele Publikationen vorgelegt wie in den letzten Jahren. So wie die Disziplin als ganze sowohl in der Bestimmung ihres Gegenstandsbereichs als auch in ihrer institutionellen Verankerung zuletzt eine Expansion erlebt hat, ist auch die Zahl kunsthistorischer Veröffentlichungen signifikant gestiegen. Die Publikationsformen des Faches Kunstgeschichte sind dabei jedoch in einem grundlegenden Umbruch begriffen. Neben viel diskutierten, allgegenwärtigen Entwicklungen wie der Digitalisierung und der Open-Access-Bewegung zeichnen sich andere Verschiebungen ab, die sich weniger auffällig vollziehen und dennoch einschneidende Veränderungen zur Folge haben: Die Partikularisierung des Fachdiskurses, die Inflation der Sammelbände, die Frage der Qualitätskontrolle, Politiken der Sprachwahl und problematische urheberrechtliche Rahmenbedingungen, um nur einige wesentliche Aspekte stichpunktartig zu nennen, lassen darauf schließen, dass sich die Publikationslandschaft der Kunstgeschichte tiefgreifend wandelt.
Nur eine breite und offene Debatte über den Umgang mit diesen Entwicklungen bietet eine Grundlage, um aktiv und produktiv an der Fortentwicklung kunsthistorischen Publizierens zu arbeiten. Das Forum möchte eine solche Diskussion anstoßen, indem es verschiedene Perspektiven auf das kunsthistorische Publikationswesen (Kunstbuchverlage, Zeitschriften, Rezensionsjournale) in ein Gespräch bringt. Der offene Austausch soll vorrangig dazu dienen, zentrale Potenziale und Probleme der Publikationspraxis in der Kunstgeschichte zu eruieren. Auf dieser Grundlage wird zu diskutieren sein, in welcher Form eine nachhaltige Debatte über das kunsthistorische Publizieren organisiert werden kann.