Vernetzte Fotografie.
Aspekte analoger und digitaler Mobilität

Freitag, 10. März 2017
9.00–15.45 Uhr, Chemie, HS 2

Leitung: Julia Bärnighausen, Florenz / Marie-Sophie Himmerich, Baden-Baden/Dresden / Bertram Kaschek, Dresden / Stefanie Klamm, Berlin

Beschreibung

Die weltweite Verbreitung der fotografischen Digitaltechnik sowie eine zunehmende mediale Vernetzung haben in den letzten Jahren nicht nur zu exponentiellen Wachstumsraten in der Bildproduktion, sondern auch zu einer gesteigerten Mobilität fotografischer Aufnahmen geführt. Auch analogen Fotografien ist aufgrund ihrer massenhaften Produktion und Distribution bereits der Aspekt des Globalen eingeschrieben: Als multiple Originale zirkulieren sie in sozialen, künstlerischen und wissenschaftlichen Netzwerken auf der ganzen Welt. Wie Sedimente setzen sich analoge und digitale Bilder in Archiven, Sammlungen und Museen, in privaten, öffentlichen und digitalen Räumen ab. Ihre jeweils irreduzible Materialität begründet zudem ihre potentielle agency: Als mobile Objekte, Informationsträger und Machtinstrumente sind sie nicht nur formbar, sondern verfügen auch über eine formierende Kraft. Stets an lokale Produktions- und Wahrnehmungsbedingungen gebunden, vermitteln Fotografien Wissen und Weltanschauungen zwischen Kontinenten, Kulturen und Institutionen über territoriale Grenzen hinweg.

Ziel der Sektion ist es, das Phänomen der Mobilität analoger und digitaler Fotografien in ästhetischen und wissenschaftlichen Kontexten näher zu beleuchten. Mit welchen Strategien antworten Kunst und Wissenschaft auf die Effekte einer räumlich-zeitlichen Dynamisierung bzw. Stillstellung fotografischer Bilder? Wie verarbeiten sie das Thema globaler Bildwanderung? Welche (neuen) Konstellationen werden in den künstlerischen und archivarischen Praktiken des Sammelns und Ordnens generiert?

Anhand kunsthistorischer Dokumentarfotografien, eines Konvoluts ethnografischer Glasplattennegative, der Debatte um den rechtlichen Status digitaler Reproduktionen von Kunstwerken, der Arbeit einflussreicher Fotokuratoren sowie aktueller künstlerischer Positionen werden die genannten Fragen in der Sektion exemplarisch erörtert. Dabei soll auch das epistemologische und kritische Potenzial des Mobilitätsbegriffs für Foto- und Kunstgeschichte diskutiert werden.

Sektionsvorträge


9.00–9.30 Uhr
Einführung durch die Sektionsleitung

9.30–10.00 Uhr
Costanza Caraffa, Florenz
Fotografien als mobile Objekte: Ein materieller Ansatz

10.00–10.15 Uhr
Diskussion

10.15–10.45 Uhr
Agnes Matthias, Dresden
Ein »Tropenkoffer voller Exotica und Photoplatten« – Das Negativ und das koloniale Blickregime

10.45–11.00 Uhr
Diskussion

11.00–11.45 Uhr
Pause

11.45–12.15 Uhr
Susan Douglas, Guelph / Melanie Hayes, Guelph
The Cultures of Property: Collections and Art Loss Databases in the Context of Law

12.15–12.30 Uhr
Diskussion

12.30–14.00 Uhr
Pause

14.00–14.30 Uhr
Kristin Dittrich, Dresden
Werkzeuge des Kurators – Wie Klaus Honnef Fotografie auf die Documenta brachte

14.30–14.45 Uhr
Diskussion

14.45–15.15 Uhr
Alexander Streitberger, Louvain-la-Neuve
Verhaltensweisen im »virtual window«. Praktiken der Fotografie in Camille Henrots »Grosse Fatigue« (2013)

15.15–15.45 Uhr
Diskussion