Exkursion 3: Görlitz

8.30–17.30 Uhr
Treffpunkt: Ringstraße am Rathausplatz
(An- und Rückreise per Reisebus)
begrenzte Teilnehmerzahl, vorherige Anmeldung erforderlich

Görlitz – Architektur und Kunst zwischen Sachsen, Böhmen und Schlesien von der Gotik bis zum Barock


Leitung: Marius Winzeler, Prag / Kai Wenzel, Görlitz

Gelegen zwischen Sachsen, Böhmen und Schlesien, fungierte das Markgraftum Oberlausitz während des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit als eine kulturelle Vermittlungszone. Das lässt sich gut im Stadtbild von Görlitz ablesen, das als königlich böhmische und später kurfürstlich sächsische Stadt die größte Kommune des Landes war. An ihrer Gestaltung wirkten Künstler aus den benach­barten Ländern mit, die sich für einige Zeit bzw. dauerhaft hier niederließen. Wesent­liche Voraussetzungen für das Aufeinandertreffen vielfältiger künst­ler­ischer Einflüsse bildeten die überregionalen Geschäftsbeziehungen und Familien­verbindungen der Görlitzer Bürgerschaft. In der Altstadt von Görlitz sind herausragende sakrale und profane Bau- und Kunstdenkmäler der Spätgotik, der Renaissance und des Barock erhalten, die im Rahmen der Exkursion besucht werden. Die Hauptkirche St. Peter und Paul, errichtet in mehreren Etappen während des 15. Jahrhunderts, verfügt über eine hochrangige barocke Aus­stat­tung aus der Zeit um 1700. Die mehrfach erweiterte spätgotische Franziskaner­klosterkirche besitzt noch zahlreiche spätmittelalterliche Ausstattungsstücke. Archi­tektonisch bedeutsam sind auch die für die Kaufmannsbruderschaft er­richtete spätgotische Frauenkirche, der erst in der Barockzeit vollendete Torso der Nikolaikirche und die komplexe Anlage des Heiligen Grabes. Einzigartiges Beispiel der spätmittelalterlichen Fortifikationsarchitektur ist die Geschützbastei »Kaisertrutz«. Um den Untermarkt gruppieren sich wichtige Beispiele für die Wohnhausarchitektur der Görlitzer Kaufmannschaft des 15. und 16. Jahrhun­derts, wie der Schönhof, der Frenzelhof oder das »Biblische Haus«. Vielfach sind Genese, konzeptionelle Qualität und Reste kostbarer Ausstattung der sog. »Gör­litzer Hallenhäuser« erst jüngst durch denkmalpflegerische Maßnahmen zutage getreten. Den Ort der städtischen Regierung bildet seit Jahrhunderten das Rat­haus, dessen bedeutendste Teile aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen. Ein Beispiel für die bürgerliche Baukunst des 18. Jahrhunderts ist das Barockhaus Neißstraße 30 mit seinen gut erhaltenen Interieurs, die Bibliothek und Samm­lungen der 1779 gegründeten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissen­schaf­ten beherbergen.