Hochschule

Die Hochschulen sind zugleich Forschungs- und Ausbildungsstätten, die sich seit jeher besonderen Ansehens erfreuen. An den kunsthistorischen Instituten arbeiten Professorinnen und Professoren meist in Dauerstellungen, die Stellen der Juniorprofessor/inn/en, Wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen und Lehrbeauftragten sind in aller Regel befristet.

Wer eine Tätigkeit an einer Hochschule als Lehrbeauftrage/r, als Dozent/in, insbesondere aber als Professor/in anstrebt, muß in Forschung und Lehre überzeugen. Der Weg zur Professur verläuft normalerweise über eine hervorragende Dissertation, die Voraussetzung für eine Anstellung als Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (früher Assistenz) an der Universität oder an speziellen Forschungseinrichtungen ist. Aus der hier auf die Doktorarbeit folgenden, mehrjährigen Forschungsarbeit soll eine weitere, ausgezeichnete Publikation hervorgehen. Diese ist gemeinsam mit dem Nachweis entsprechender Lehrerfahrung Voraussetzung für die Habilitation, d. i. die offizielle Feststellung der Lehrbefähigung durch die Hochschule, in der Regel verbunden mit der Erteilung der Lehrberechtigung an derselben Universität und dem Titel Privtadozent/in. Dieser Status schließt die Verpflichtung zur Lehre ein, die auch unentgeltlich zu leisten ist. Als Privatdozent/in wird man versuchen, durch drittmittelfinanzierte Projekte, Werkverträge oder auch andere, möglichst wissenschaftsnahe Tätigkeiten den Lebensunterhalt zu finanzieren, bis eine erfolgreiche Bewerbung in die Anstellung als Professor/in mündet. Einen direkteren Weg zur Qualifikation für eine unbefristete Professur scheint neuerdings die Anstellung als Juniorprofessor/in zu bieten.

Professor/inn/en lehren in der Regel neun Unterrichtsstunden pro Woche. Über die Lehr- und Forschungsaktivitäten hinaus ist die Arbeit von zuletzt stark expandierender Verwaltungs- und Organisationsbelastung geprägt. Für die Durchführung von größeren Forschungsprojekten sind Drittmittel einzuwerben, so daß ein wesentlicher Teil der zur Verfügung stehenden Zeit in die Planung und Beantragung von Projekten bzw. in die Begutachtung der Anträge anderer fließen kann. Die teils schon realisierte, teils unmittelbar bevorstehende Einführung der neuen BA/MA-Studiengänge im Zuge der sogenannten Bologna-Reform dürfte im übrigen zu einer weitgehenden Umorganisation des Arbeitsfeldes Universität führen. Trotz alledem ist die Hochschule immer noch ein Arbeitsplatz, der große Freiräume für die Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen bietet.