Künstlerreisen (1450–1950)

Samstag, 11.03.2017
9.00–16.15 Uhr, Hörsaalzentrum, HS 1

Leitung: Nils Büttner, Stuttgart / Stefanie Knöll, Coburg / Jürgen Müller, Dresden

Beschreibung

Es liegt auf der Hand, dass mit dem Verständnis der Kunst als historischer und individueller Entwicklung der Reise und dem Austausch eine neue Bedeutung zuwächst. In der Sektion, die der Kunst zwischen 1500 und 1800 gewidmet sein soll, wird nach der Bewertung des Eigenen und des Fremden gefragt. Welche Erfahrungen machen Künstler auf Reisen? Welche Auswirkungen gehen damit für das eigene Selbstverständnis einher? Neben temporär reisenden Künstlern sollen auch jene Künstler in den Blick genommen werden, die sich dauerhaft an einem anderen Ort etabliert haben. Welchem Konformitätsdruck sahen sich diese ausgesetzt? Schließlich soll nach Strategien der Aneignung gefragt werden. Wie lassen sich das Fremde und Neue übersetzen? Bereichert das Fremde das Eigene – oder birgt es die Gefahr, Epigonentum hervorzubringen.
 
Der Blick auf Künstlerreisen und kulturellen Austausch soll dabei auch einer kritischen Sichtung der dispositive der traditionellen Dispositive genutzt werden, mit denen zumal die Reisen von Nordeuropäern in den Süden betrachtet wurden. Auf unglückliche Weise wurden nämlich seit dem 19. Jahrhundert die historischen Aufforderungen die künstlerische Ausbildung mit einem Besuch in Italien zu krönen, mit der von Jakob Burckhardt popularisierten Idee verquickt, dass alle künstlerische Innovation sich der italienischen Kunst verdanke. War dieser Austausch aber wirklich so einseitig? Ziel der Sektion ist eine angemessene Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen dieser existenziellen Form des künstlerischen Austauschs.

Sektionsvorträge


9.00–9.30 Uhr
Einführung durch die Sektionsleitung

9.30–10.00 Uhr
Anne-Sophie Pellé, Tours
»Dürer e l’Italia«: Costume Studies and Venetian Letters as a Cultural Reflexion about the Artistic »Renovatio« in Germany

10.00–10.15 Uhr
Diskussion

10.15–10.45 Uhr
Stefano Rinaldi, Dresden
Ein Künstler im Sommerurlaub. Zur Flandernreise von Remigio Cantagallina (1611–1613)

10.45–11.00 Uhr
Diskussion

11.00–11.45 Uhr
Pause

11.45–12.15 Uhr
Pablo Schneider, Berlin
Künstlerreise, unfreiwillig – Gianlorenzo Bernini in Paris

12.15–12.30 Uhr
Diskussion

12.30–14.30 Uhr
Pause

14.30–15.00 Uhr
Claudia Echinger-Maurach, Münster
»J’irais en chercher dans la lune«: Delacroix’ Reisen nach England, Marokko und Flandern

15.00–15.15 Uhr
Diskussion

15.15–15.45 Uhr
Claudia Denk, München
Der Landschaftsmaler als Reisekünstler oder Pierre-Henri de Valenciennes’ apodemischer Ratgeber »… sur le genre du Paysage«

15.45–16.15 Uhr
Diskussion