Definition Kunstgeschichte

Kunstgeschichte

Die Kunstgeschichte befaßt sich als Fach innerhalb der Geisteswissenschaften mit der Kunst vom frühen Mittelalter bis heute, konzentriert auf den europäischen Kulturkreis und seine weltweite Ausstrahlung seit dem Zeitalter des Kolonialismus sowie auf die internationale Moderne und globale Gegenwart. Die Kunst der antiken Kulturen, der Kulturen Asiens, Afrikas und Altamerikas dagegen ist Gegenstand von Nachbarwissenschaften, ebenso die besonders eng verwandte Kunst der Spätantike und des byzantinischen Ostens; letztere werden teilweise auch innerhalb des Fachs Kunstgeschichte erforscht und gelehrt. Wegen intensiver historischer Austausch- und Aneignungsprozesse sind die interdisziplinären Überschneidungen groß.

Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft umfassen die künstlerischen Gattungen Architektur, Skulptur, Malerei, Graphik, das sogenannte Kunstgewerbe, Fotografie, Film, Performance, Environment, Videokunst, Netzkunst und viele mehr; die Grenzen zu den Theaterwissenschaften oder auch zur allgemeinen Bildwissenschaft fließen.

Kunsthistoriker erfüllen den Auftrag, die aus der Vergangenheit überkommenen Werke und Werkkomplexe vom isolierten Einzelstück bis hin zum gewachsenen Ensemble zu erhalten, zu sammeln, in der Erforschung möglichst umfassend zu deuten und damit gegenwärtig und für die Zukunft lebendig zu erhalten. Analoges gilt für die Werke zeitgenössischer Kunst.

Entsprechend der Weite ihres Gegenstandes ist das methodische Spektrum der Kunstgeschichte (begründet insbesondere durch Jacob Burckhardt) historisch-kulturwissenschaftlich orientiert, wobei im Bereich der Denkmal- und Restaurierungswissenschaft auch naturwissenschaftliche Methoden eine bedeutende Rolle spielen.

Das Fach Kunstgeschichte hat im Laufe seiner Geschichte ein spezifisches Instrumentarium zur differenzierten Analyse visueller Artefakte ausgebildet, das gerade auch für die ausgeprägte Bau-, Bild- und  Medienkultur der Gegenwart eine einzigartige Schlüsselkompetenz darstellt.