Ortstermin IV: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Mathematisch-Physikalischer Salon

Freitag, 10. März 2017
14.00–15.30 Uhr
Treffpunkt: Foyer des Mathematisch-Physikalischen Salons (im Westflügel des Zwingers, Eingang vom Zwingerhof)

Gruppe A (max. 25 Personen)
Gruppe B (max. 25 Personen)
Eine vorherige Anmeldung ist unbedingt erforderlich!

Im Bann der Bahnen. Funkenflüge, Trajektoren und Planeten­läufe. Drei Ansätze zur Erschließung und Vermittlung histori­scher wissenschaftlicher Instrumente


Leitung: Samuel Gessner, Lissabon/Dresden / Michael Korey, Dresden / Peter Plaßmeyer, Dresden / Barbara Welzel, Dortmund

Der Mathematisch-Physikalischer Salon wurde 1728 unter August dem Starken gegründet und ist bis heute eines der weltweit bedeutendsten Museen historischer wissenschaftlicher Instrumente.
Das älteste Museum im Dresdner Zwinger zeigt seit 2013 in einer faszinierenden Neupräsentation, wie man bereits Jahrhuderte lang die Welt vermaß: Zu sehen und zu erleben sind erlesene Globen, Uhren, Automaten, Brennspiegel, Fernrohre und andere wissenschaftliche Instrumente, die nicht nur durch ihre Funktion, sondern auch durch ihre Schönheit begeistern. Animationen ermöglichen erstmals Einblicke in das Innere und die Funktion ausgewählter Exponate. Die neue Dauerausstellung spiegelt die Sammlungsgeschichte des Museums in vier Kapiteln wider:

  • Der Kosmos des Fürsten. Mechanische Wunderwerke und mathematische Instrumente um 1600
  •  Instrumente der Aufklärung. Physikalisches Kabinett – Observatorium – Behörde. Der Salon im 18. Jahrhundert
  • Das Universum der Globen. Erd- und Himmelsgloben aus sieben Jahrhunderten
  • Der Lauf der Zeit. Uhren und Automaten seit der Renaissance

Dieser Ortstermin bietet Einblick in drei laufende Projekte zur Erschließung und Vermittlung historischer wissenschaftlicher Instrumente. Jedes davon verfügt über einen anderen methodischen Ansatz:

I. Es funkt! Die Elektrizität wird Salon-fähig!
Im Rahmen der Neupräsentation des Museums wurden zwei Exponate aus dem 18. Jahrhundert, eine frühe Vakuumpumpe und eine Elektrisiermaschine, in allen Einzelteile zerlegt und detailgetreu nachgebaut. Diese beiden Replikate werden zur Vorführung von historischen Experimenten verwendet – mit allen dazugehörigen Vor- und Nachteilen. Am authentischen Ort des Zwingers soll eine zentrale Erfahrung des 18. Jahrhunderts dabei wieder belebt werden: das gemeinsame Erlebnis einer öffentlichen Vorführung von physikalischen Experimenten und das gemeinsame Ringen um Erklärungen der beobachteten Phänomene.

II. Shot at Noon. European Artillery Instruments ca. 1500–1700
Die Auseinandersetzung mit der Ballistik, ihre Verbindung mit der Geometrie sowie ihre Anwendung in der Artillerie brauchte um 1600 eine Fülle von Richtinstrumenten hervor. Durch die Erfassung einer Vielzahl von Exponaten lassen sich Rückschlüsse über ihren Gebrauch ziehen.

III. Fürstliche Himmelsmaschinen. Neue Wege zur Vermittlung von Planetenuhren der Renaissance
Im 16. Jahrhundert wird das tradierte astronomische Wissen zunehmend kritisiert und durch zeitgenössische Forschungen neu bewertet. So auch bei einem der berühmtesten dreidimensionalen Modellen des Himmels – der Planetenuhr, die Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel in den 1560er Jahren für Kurfürst August von Sachsen herstellen ließ. Ein durch die Kulturstiftung des Bundes gefördertes Forschungsprojekt erlaubt eine Tiefenbohrung zum Prozess des Rezipierens und Transformierens von astronomischem Wissen. Dabei werden an einem einzelnen, herausragenden Objekt neue digitale und haptische Vermittlungsstrategien erprobt.

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Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Mathematisch-Physikalischer Salon