Museum

In Deutschland gibt es derzeit rund 10.000 Museen (zum Vergleich: in China etwa 100), teils aus fürstlichen Sammlungen der frühen Neuzeit erwachsen, teils bürgerliche Gründungen des 19. Jahrhunderts, vielfach Neugründungen zu speziellen Themen aus der Zeit zwischen 1960 und 2000. Träger sind in erster Linie die Länder, Kreise und Kommunen, wissenschaftliche und künstlerische Vereine sowie private und öffentliche Stiftungen, gelegentlich aber auch Unternehmen und Privatpersonen. Die thematische Ausrichtung ist vielfältig.

Zu den grundsätzlichen Aufgaben des Museums zählen, durch internationale Vereinbarungen festgeschrieben, „sammeln, bewahren, forschen und präsentieren“. Hauptaugenmerk der Museen sollte dabei auf der Forschung zur eigenen Sammlung liegen. Durch das in vielen Museen derzeit (2008) festzustellende Mißverhältnis zwischen Sammlungsgröße und personeller Ausstattung beschränken sich Forschungen vielfach allerdings auf Sonderausstellungen, selbst diese rezipieren oft nur noch die ältere Literatur.

Für Absolventen der Kunstgeschichte von Belang sind in erster Linie kunsthistorische Sammlungen (Gemälde-Galerien, Skulpturen-Sammlungen, Graphische Kabinette, kunsthandwerkliche Museen) sowie spartenübergreifende Sammlungen (kulturgeschichtliche Museen, als Nationalmuseum das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, auf Landesebene die Landesmuseen).
Die Mitwirkung von Wissenschaftlern (Kunsthistorikern) in Museen reicht von
ehrenamtlicher Tätigkeit über die hauptberufliche Mitbetreuung (z. B. bei kleineren Kulturämtern) bis hin zur hauptberuflichen Ausstattung des Museums mit mehreren Wissenschaftlern. Üblich sind für Museumsleiter und -kuratoren unbefristete Stellen, zunehmend ergänzt durch befristete und zumeist projektbezogene Stellen. Mindestvoraussetzungen sind im kommunalen Bereich der M.A.-Abschluss oder Master, auf Landesebene (je nach Bundesland unterschiedlich) vielfach die Promotion, erwünscht häufig die Absolvierung eines zweijährigen Volontariats. Dieses findet zwar unter erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen statt (die Wissenschaftsministerien befürworten Volontariate als Ausbildungsstellen, die Finanzministerien erkennen den Ausbildungscharakter nicht an, so daß sich die Stelleninhaber im Gegensatz zu Referendaren im Schulamt voll versichern müssen), dienen aber zur Schaffung eines eigenen Profils und zur Gewinnung von Erfahrungen im öffentlichen Dienst, der im Museumsbereich auch weiterhin der wichtigste Arbeitgeber sein dürfte. Starke fachliche Spezialisierung schränkt Bewerbungsmöglichkeiten ein, fördert dann bei freien Stellen aber die Chancen.

Bewerberinnen und Bewerber, auch für Volontärsstellen, tun gut daran, wenn sie im Rahmen ihres Studiums (oder parallel zum Studium) den Umgang mit Originalobjekten geübt haben. Magisterarbeiten, die eine Literaturarbeit sind, erfüllen zwar die Norm, qualifizieren aber nicht für eine Museumsstelle, bei Dissertationen gilt dies natürlich erst recht. Kunstwerke als Ausgangspunkt der eigenen Überlegungen, kritische Distanz zu Literatur, Ideenreichtum und „Biß“ werden bei Bewerbungen immer mehr auffallen als braves Abschreiben der Aussagen vermeintlicher Koryphäen.