Exkursion 7: Dresdner Residenzschloss

9.00–13.00 Uhr
Treffpunkt: Kleiner Schlosshof
begrenzte Teilnehmerzahl, vorherige Anmeldung erforderlich

Das Dresdner Residenzschloss: Monument? Museum!


Leitung:
Dirk Syndram, Dresden

Das Dresdner Residenzschloss war seit dem Ende des 15. Jahrhunderts das Zentrum sächsischer Herrschaft und Repräsentation – der Herzöge bis 1547, der Kurfürsten bis 1806 und dann der Könige von Sachsen bis 1918. Mit der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter seinem Dach entstandenen Kunstkammer wurde es für 150 Jahre bis zu ihrer Verlegung an einem anderen Ort im Jahre 1709 zum Nukleus der Dresdner Kunstsammlungen. Mit dem zwischen 1723 und 1729 im Grünen Gewölbe eingerichteten Schatzkammermuseum erhielt es damals eine europaweit und in die Zukunft wirkende Attraktion. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor das Schloss seine eigentliche Funktion und mit den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs fast vollständig seine Geschichtlichkeit. Vierzig Jahre war es eine fast nur aus aufragenden Außenwänden bestehende Ruine. Allein vier bis fünf Räume des Grünen Gewölbes verlieh den Trümmern seine historische Identität.
Die Möglichkeiten eines Wiederaufbaus, der seit den 80er Jahren ideell wie real betrieben wurde, ließen es zum Kulminationspunkt sächsischer Selbstfindung werden – zu einer Zeit, als es Sachsen als identitätsstiftendes staatliches Gebilde noch nicht gab.
Monument und Museum? Monument im Museum? Museum im Monument. Das war und blieb bis heute ein wichtiger Diskussionspunkt.
Die Exkursion befasst sich ebenso mit den identifikationsstiftenden Aufgaben des Museums wie auch mit der Umwandlung der Schlossruine in einen modernen Ausstellungsbau. In diesem Zusammenhang wird auch der gerade in der Einrichtung befindliche „Renaissanceflügel der Rüstkammer“ besucht werden.