Restaurierung

Dem Restaurator obliegt die Verantwortung für die materielle Sicherheit von Artefakten in allen Bereichen des Kunsterbes. Die Realisierung dieser Verantwortung führt er in zwei großen Teilbereichen aus. In der sogenannten aktiven Konservierung und Restaurierung arbeitet er an den Objekten selbst, indem durch Konsolidierung des Materials das Objekt vor materiellen Verlusten schützt oder durch Restaurierung das Objekt in seiner äußeren Erscheinung zugunsten einer authentischen Erscheinung verändert. Die Veränderung der Erscheinung orientiert sich in der Regel an der Geschichte des Gegenstandes. Welcher historische Aspekt eines Artefaktes zur Geltung kommen soll, ist das Ergebnis einer interdisziplinären Arbeit von Kunsthistoriker und Restaurator.

Der immer umfangreicher werdende Faktor der passiven Erhaltung beschäftigt sich mit der Gestaltung eines konservatorisch zuverlässigen Umfeldes für unser Kulturgut, das nicht nur unter Licht, schlechtem Klima und Luftschadstoffen irreversible Schäden erleiden kann. Im weitesten Bereich gehört zur passiven Konservierung auch die Sicherstellung und Entwicklung zuverlässiger Techniken für die Lagerung und den Transport von Kunstobjekten z. B. für Ausstellungstransporte. Auch hier kann die Arbeit nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgen, in diesem Fall mit den Naturwissenschaften.

Im deutschsprachigen Raum wird die Restauratorenausbildung auf Hochschulebene abgeschlossen. Einem ein- bis zweijährigen Vorpraktikum in einer Restaurierungswerkstatt im öffentlichen oder privaten Bereich folgt das Studium mit den Abschlüssen eines Bachelor of Art und anschließend Master of Art. Die Studienzeiten und Studienordnungen sind je nach Hochschulen unterschiedlich. In der Regel wird im Bachelor-Studiengang fächerübergreifend ausgebildet. Hochschulen im deutschsprachigen Raum bieten alle Fachbereiche der Restaurierung an.

Zur beruflichen Tätigkeit bietet sich z. Z. vor allem der private Sektor an. Die öffentlichen Restaurierungswerkstätten (Museen, Denkmalpflege) haben ihre Stellenangebote bedauerlicherweise stark reduziert.