Exkursion 6: Architektur und Städtebau
Dresden

10.00–13.30 Uhr
Treffpunkt: Theaterplatz vor dem Eingang Gemäldegalerie Alte Meister
begrenzte Teilnehmerzahl, vorherige Anmeldung erforderlich

Heterogene Perspektiven. Architektur und Städtebau der Dresdner Innenstadt


Leitung: Paul Sigel, Dresden / Bernhard Sterra, Dresden

Frauenkirche, Neumarkt, Residenzschloss, Zwinger, Semperoper, Brühlsche Terrasse – die Begriffe bezeichnen weltweit bekannte Orte kunsthistorischer Strahlkraft, die die architektonisch-städtebauliche Binnen- und Außenwahrnehmung Dresdens im hohen Maße bestimmen und als Faktoren urbaner Identitätskonstruktion wirksam werden. Doch Altstadt und Innenstadt Dresden weisen heute, nach Kriegszerstörung und verschiedenen Phasen des Wiederaufbaus, vor allem ein äußerst vielschichtiges, mitunter widersprüchliches Gesamtbild auf. Dabei stehen neben den erhaltenen beziehungsweise nach 1945 wiedererstandenen herausragenden Zeugnissen der höfischen und bürgerlichen Kultur der Residenzstadt von der Renaissance bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem Prägungen unterschiedlicher Leitbildvorstellungen des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Innenstadt im Vordergrund. Die Bebauung des Altmarkts steht repräsentativ für den Wiederaufbau der 1950er Jahre im Sinne einer Neuschöpfung unter Bezug auf als regionale Bautraditionen gewertete Formen, südlich des Altmarkts liegt mit der Prager Straße das sicher eindrucksvollste und ambitionierteste Projekt der Moderne der 1960er Jahre in Dresden, und das Neumarkt-Areal rund um die Frauenkirche befindet sich in einem immer noch andauernden Prozess der Neugestaltung unter Bezug auf die städtebauliche Struktur des Vorkriegszustandes und mit zahlreichen Fassadenrekonstruktionen.
Der Rundgang wird diese unterschiedlichen Facetten des städtebaulichen und baulichen Bestands durch vertiefende Betrachtungen unterschiedlicher Orte thematisieren, die Transformationen der Zeit nach 1990 reflektieren und dabei auftaktend am Theaterplatz und am Residenzschloss vor allem den Bereich des Neumarkts, des Altmarkts, der Prager Straße sowie, als aktuellstes Projekt, das mittlerweile zum Kulturstandort umgebaute Areal des ehemaligen Kraftwerks Mitte näher betrachten.