Veranstaltungskalender
Veranstaltungskalender
Potsdam, 28.-29.9.2012
Repräsentation und Selbstinszenierung Friedrichs des Großen
Öffentliche Tagung des Interdisziplinären Zentrums zur Erforschung der Europäischen Aufklärung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
Das Profil Friedrichs II. von Preußen ist stärker ausgeprägt als bei fast allen anderen Regenten der Frühen Neuzeit. Die Geschichtsschreibung konzentriert sich bei ihrer Betrachtung, gleich Friedrichs Zeitgenossen, auf Züge seiner Persönlichkeit, die ihn von seinen Mitregenten abheben und ihm ein unverwechselbares Gepräge verleihen. Drei Punkte werden besonders herausgehoben:
1. Friedrich sei ein Verächter der zeittypischen Hofhaltung gewesen und aller damit einhergehenden Ordnungsvorstellungen und Praktiken, etwa des Zeremoniells und der Jagd. Er habe nur nach rationalen – quasi modernen – Gesichtspunkten gehandelt, habe mit unbezwingbarer Strenge gegen sich selbst und andere sich einen Namen gemacht und sein Land entwickelt.
2. Friedrich habe sich mit den aufgeklärten Geistesgrößen seiner Zeit rege ausgetauscht, weshalb der institutionelle Rahmen dieser Geselligkeit z.B. in seiner Prinzenresidenz in Rheinsberg oder später an der Tafelrunde in Sanssouci im Mittelpunkt des Interesses stand.
3. Friedrich habe als „Erster Diener seines Staates“ und als „Roi connétable“ die „preußischen Werte“ an sich verkörpert: Der König sei die Personifikation von Sparsamkeit, Disziplin und Pflichterfüllung gegen den Staat gewesen und personifiziere das Phänomen des „aufgeklärten Absolutismus“. Sein Regierungshandeln habe die monarchische Herrschaft rationalisiert.
Neuere Forschungen haben dieses Bild teilweise revidiert. Mittlerweile liegen Untersuchungen vor, in denen die Konstruktion dieses mythischen Geschichtsbildes von Friedrich dem Großen im 19. Jahrhundert und dessen erstaunliche Beharrungskraft bis in die heutige Zeit analysiert werden. Offen aber bleibt die Frage, welchen Anteil Friedrich selbst an der Entstehung dieses Bildes hat.
Seine eigene Inszenierung zu diskutieren, soll Gegenstand der Tagung über die Imagepolitik Friedrichs II. sein.
Programm: http://www.friederisiko.de/media/de/SPSG_Friedrich-TagungSelbstinszenierung2012_Programm.pdf
Tagungsort ist das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte,
Am Alten Markt 9 (Altes Rathaus), 14467 Potsdam.
Tagungsbeitrag: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro pro Tag.
Die Anmeldung erfolgt unter Telefon 0331/96 94-346 bzw. per Email: n.geissler(at)spsg.de, bzw. an den Konferenztagen im Potsdam Museum.
Quelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

