Veranstaltungskalender
Veranstaltungskalender
Köln, 09.11.-10.11.2012
So fing man einfach an, ohne viele Worte
Ausstellungswesen und Sammlungspolitik in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg
1946 schenkte der Jurist Josef Haubrich der Stadt Köln eine einzigartige Sammlung der klassischen Moderne und legte damit den Grundstein für eine neue moderne Abteilung im Wallraf-Richartz-Museum. Die Sammlung wurde jüngst einer detaillierten Untersuchung unterzogen und im Museum Ludwig, in dem sie seit 1986 beheimatet ist, neu präsentiert.
In diesem Symposium möchten wir Haubrich und seine wegweisende Schenkung in einen größeren Zusammenhang stellen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie deutsche Museumssammlungen in den Jahren 1945-55 aufgebaut wurden. Was waren die spezifischen Motive, treibenden Kräfte und institutionellen Rahmenbedingungen des deutschlandweiten musealen „Wiederaufbaus“, der laut Aussage des früheren Generaldirektors der Kölner Museen, Hugo Borger, „einfach an[fing], ohne viele Worte“? Wie stand es um Personal- und Raumsituation, welche Kriterien bestimmten die Ankaufspolitik? Und in welchem Maße wurde parallel zu einer Rehabilitierung der klassischen Moderne zeitgenössische Kunst gesammelt? Auch in welchem Umfang die Besatzungsmächte kulturpolitisch Einfluss nahmen, soll diskutiert werden.
Abgerundet wird das Symposium durch Beiträge zum Umfeld der Museen – zu Großausstellungen, kunsttheoretischen Fragestellungen und der Rezeption der Moderne. Die Veranstaltung möchte eine kritische Plattform zum Austausch bieten und einen ersten, repräsentativen Querschnitt von musealer Sammlungstätigkeit der unmittelbaren Nachkriegszeit erarbeiten.
Symposium
Museum Ludwig, Köln
9. / 10. November 2012
Das Symposium ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.
Anmeldung erwünscht: presse(at)museum-ludwig.de
Organisation: Julia Friedrich, Andreas Prinzing
Veranstaltungsort: Kino im Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln
Weitere Informationen unter www.museum-ludwig.de
Programm
Freitag, 9. November 2012
14.00 Uhr
Begrüßung durch Dr. Philipp Kaiser (Direktor des Museum Ludwig)
Sammlungsaufbau in der britischen Besatzungszone
14.10 Uhr
Kulturpolitische Rahmenbedingungen und Kunstpolitik
Dr. Eberhard Illner (Leiter des Historischen Zentrums Wuppertal)
14.30 Uhr
Die Schenkung Haubrich in Köln
Dr. Julia Friedrich (Kuratorin, Museum Ludwig) und Dorothee Grafahrend-Gohmert (Provenienzforscherin, Museum Ludwig)
15.00 Uhr
Museumssammlungen im Wiederaufbau
Düsseldorf
Kay Heymer (Leiter der Abteilung Moderne Kunst, Museum Kunstpalast)
Essen
Dr. Mario-Andreas von Lüttichau (Kustos Sammlung 19. und 20. Jahrhundert Museum Folkwang)
15.45 Uhr Pause
16.15 Uhr
Hamburg
Dr. Ute Haug (Leiterin Provenienzforschung und Archiv, Hamburger Kunsthalle)
Hannover
Dr. Claudia Andratschke (Provenienzforscherin Landesmuseum Hannover)
Oldenburg
Prof. Dr. Rainer Stamm (Direktor Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte)
Im Anschluss Diskussion
18.15 Uhr
Besichtigung Sammlung Haubrich im Museum Ludwig
19.00 Uhr
Abendvortrag:
Nach der Stunde 0 – Moderne Kunst im Klima der Nachkriegszeit
Prof. Laszlo Glozer (Kunsthistoriker und Kurator, Hamburg)
Samstag, 10. November 2012
Sammlungsaufbau in der französischen Besatzungszone
9.00 Uhr
Propaganda für die Provinz. Kunstpolitik in der französischen Besatzungszone
Dr. Friederike Kitschen (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, Humboldt-Universität zu Berlin)
Sammlungsaufbau in der US-amerikanischen Besatzungszone
9.30 Uhr
Kulturpolitische Rahmenbedingungen und Kunstpolitik
Dr. Steffen Dengler (Kunsthistoriker und Galerist, Stuttgart)
10.00 Uhr
Museumssammlungen im Wiederaufbau
Frankfurt/Main
Dorothea Schöne (Kunsthistorikerin, Berlin, u. a. tätig für das Frankfurter Städel)
Bremen
Dr. Anne Buschhoff (Kustodin Zeichnung und Druckgraphik 19.-21. Jahrhundert, Kunsthalle Bremen)
10.40 Pause
11.00 Uhr
Mannheim
Hannah Krause M.A. (Provenienzforscherin Kunsthalle Mannheim)
München
Dr. Andrea Christine Bambi (Referat für Provenienzforschung, Konservatorin Bayerische Staatsgemäldesammlungen)
Stuttgart
Dr. Ina Conzen (Stellvertretende Direktorin und Kustodin für Kunst von 1900-1980, Staatsgalerie Stuttgart)
Im Anschluss Diskussion
12.30 Uhr
Gemeinsames Mittagessen
Sammlungsaufbau in der sowjetischen Besatzungszone
13.30 Uhr
Kulturpolitische Rahmenbedingungen und Kunstpolitik
Dr. Maike Steinkamp (Kunsthistorikerin, Berlin)
14.00 Uhr
Museumssammlungen im Wiederaufbau
Halle
Susanna Köller M.A. (Provenienzforscherin Stiftung Moritzburg,
Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt)
Leipzig
Dr. Frédéric Bußmann (Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung
Gemälde und Plastik, Museum der bildenden Künste Leipzig)
Sonderfall Berlin
14.45 Uhr
Berlin West — Galerie des 20. Jahrhunderts
Dr. Christina Thomson (Provenienzforscherin am Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin)
Berlin Ost — Nationalgalerie
Dr. Maike Steinkamp (Kunsthistorikerin, Berlin)
Im Anschluss Diskussion
16.00 Pause
Diskurs, Großausstellungen und Modernerezeption
16.30 Uhr
Die theoretischen Diskurse über moderne Kunst in der Nachkriegszeit
Prof. Dr. Christoph Zuschlag (Institut für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst, Universität Koblenz-Landau)
17.00 Uhr
Die documenta 1955 als „Staatsaufgabe“
Dr. Harald Kimpel (Wissenschaftlicher Mitarbeiter Kulturamt Kassel)
17.30 Uhr
Modernerezeption in der Kunstpublizistik der Nachkriegszeit
Andreas Prinzing M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter Museum Ludwig)
Im Anschluss Diskussion
18.00 Uhr Ende
Quelle: H-ArtHist

