Veranstaltungskalender

Veranstaltungskalender

Dresden, 13.–15.09.2017

Die Rolle enzyklopädischer Museen
in politisch komplexen Zeiten (in Europa)

Begleitend zu dem Jerusalem Arts Festival im Israel Museum und dem London Arts Festival im British Museum findet Mitte September ein dreitägiges internationales Symposium zum Thema der Rolle und Herausforderung von enzyklopädischen Museen in politisch komplexen Zeiten (in Europa) in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden statt.

Jüngste politische Ereignisse wie der „Brexit“ oder der Ausgang der US-amerikanischen Wahlen sowie der vielfach in europäischen Ländern aufkommende Rechtspopulismus sorgen weltweit in der Kunst- und Kulturszene für intensive Diskussionen über Wertvorstellungen. So plant die globale Vereinigung „Hands Off Our Revolution“, die sich aus über 200 Künstlern, Musikern und Vertretern der Kulturszene zusammensetzt, Ausstellungen und Aktionen, bei der Kunst als Mittel gegen die wachsende Rhetorik des rechten Populismus dienen soll und sie der verstärkt aufkommenden Intoleranz und Xenophobie entgegengesetzt wird. Die menschliche Freiheit einschränkende Maßnahmen, wie Trumps Dekret zum Einreiseverbot vom 27. Januar 2017, zwingen auch Museen und kulturelle Institutionen im Allgemeinen zu einer Positionierung. Das Museum of Modern Art in New York hat beispielsweise eine teilweise Neuhängung im 5. Stock vorgenommen und Werke von Zaha Hadid (Irak), Charles Hossein Zenderoudi (Iran) oder Ibrahim el Salahi (Sudan) anstelle von Gemälden von Henri Matisse, Pablo Picasso oder Francis Picabia platziert. Die Beschriftung der Werke wurde mit dem Hinweis versehen, dass die Künstler aus einem der sieben Länder stammen, deren Bürgern ein Reiseverbot auferlegt wurde. Diese Aktion verdeutlicht das Potential von Kunst gerade in politisch komplexen Zeiten, in denen demokratische Grundwerte in Frage gestellt werden. Die Notwendigkeit eines Diskurses über transkulturelle Verflechtungsprozesse und interkulturellen Wechselwirkungen wird dadurch ins Bewusstsein gerückt.

Zunehmend gefährden Nationalismus und Rechtspopulismus in Europa das freie künstlerische Denken. Festzustellen ist, dass die kulturelle und künstlerische Zensur in den letzten beiden Jahren weltweit rasant angestiegen ist. Für Museen und kulturelle Institutionen stellt sich immer zwingender die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Rolle. Insbesondere aber sind Museen mit multi- und transdisziplinären Sammlungen aufgefordert, ihre Rolle kritisch zu reflektieren. Welchen Beitrag können und müssen enzyklopädische Museen angesichts der aktuellen Polarisierung der Gesellschaft leisten? Welches sind ihre Herausforderungen und wo stecken noch ungeahnte Potentiale? Wie können komplexe Themen und Zusammenhänge einem breiten Publikum vermittelt werden?

Die kunst- und kulturgeschichtlichen, ethnologischen, archäologischen oder handwerklichen Bestände enzyklopädischer Museen verleihen den Sammlungen eine vielschichtige historische Tiefe und können als Vokabular der Weltgesellschaft gelten. Die auf historische Denkmäler, Schulen und Bibliotheken abzielende Kriegsführung in verschiedenen Regionen der Welt und die einhergehende Zerstörung von Kulturgut oblegen enzyklopädischen Museen eine besondere Aufgabe als offenes Archiv der Weltkulturen. Dank ihrer kompendienhaften Bestände können solche Institutionen komplexe geistige Zusammenhänge Europas und der Welt eindrücklicher thematisieren und sie einem breiten und internationalen Publikum vermitteln. James Cuno, Präsident des J. Paul Getty Trust, unterstreicht die Verpflichtung dieser Museen, zur Förderung des kulturellen Austauschs beizutragen: „By presenting the artifacts of one time and one culture next to those of other times and cultures, encyclopedic museums encourage curiosity about the world and its many peoples. They also promote a cosmopolitan worldview, as opposed to a nationalist concept of cultural identity. In an era of globalization that is nonetheless marked by resurgent nationalism and sectarianism, antiquities and their history should not be used to stoke such narrow identities. Instead, they should express the guiding principles of the world's great museums: pluralism, diversity, and the idea that culture shouldn't stop at borders—and nor, for that matter, should the cosmopolitan ideals represented by encyclopedic museums.“ (Culture War. By: Cuno, James, Foreign Affairs, 00157120, Nov/Dec2014, Vol. 93, Issue 6)

Die Kunstkammern als Vorläufer und die oftmals aus ihnen hervorgegangenen enzyklopädischen Museen dienten lange Zeit als Ort der Weltanschauung in einem wörtlichen Sinne, wenn nicht als führende Modelle der Weltaneignung. Zeitgleich zur zunehmenden Wichtigkeit des enzyklopädischen Denkens während der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert und dem Streben nach Struktur und Architektur des Wissens, wurden Sammlungen strenger in öffentliche Spezialmuseen aufgeteilt. Für die großen enzyklopädischen Museen geht es heute erneut darum, kritisch zu prüfen, wie das Wissen über ihre Sammlungen generiert wurde und wird, welcher Taxonomie diese Sammlungen unterworfen sind, aus welchem Kontext die Sammlungsstücke stammen und unter welchen Bedingungen sie in die Bestände gelangt sind, oder wie Geschichten um die Objekte herum rekonstruiert werden und welche Sicht auf die Welt ihre Präsentationen vorgeben. Die musealen Institutionen schaffen nicht nur Wissen und Kultur, sondern auch Identitäten. Besonders in Zeiten, wo Nationalismus zunimmt und die Toleranz gegenüber anderen Kulturkreisen schwindet, werden dieses Bewusstsein und dessen Vermittlung umso wichtiger. Während des Symposiums sollen Themen und Begriffe wie beispielsweise „postfaktisches Zeitalter“, „Autonomie und Gedankenfreiheit“, „wessen Erbe?“, oder „das Museum als Schutzraum“ kontrovers diskutiert werden.

Zum Symposium Die Rolle enzyklopädischer Museen in politisch komplexen Zeiten (in Europa) sollen internationale MuseumsdirektorInnen sprechen. Als Vertreter weltweit herausragender kunst- und kulturgeschichtlicher Sammlungen bietet ihre Teilnahme die nötige Tiefe und Vielfalt für den wissenschaftlichen Diskurs. Gleichzeitig tragen die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmenden dazu bei, die eigene Position kritisch zu hinterfragen, so dass das Symposium zu einem offenen und kritischen Diskurs zur Rolle enzyklopädischer Museen beiträgt. Matthew Teitelbaum, Direktor des Museum of Fine Arts in Boston, wird die Moderation der Konferenz zu übernehmen.

Die Tagung findet in den Räumen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden statt und richtet sich ans museale Fachpublikum, soll aber über einen Livestream ein breiteres, internationales Publikum ansprechen.

Dreitägiges Symposium
13. – 15. September 2017, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Programm

Das aktuelle Programm finden Sie hier.


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Quelle: SKD

Veranstaltungskalender (Anzahl 3)

Veranstaltungen

Erfurt, 13.–14.10.2017

Religion im Museum

Die Jahrestagung des Länderverbands Museumspädagogik Ost e.V. nimmt das Konfliktfeld [ ... ]

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Rehburg-Loccum, 29.11.–01.12.2017

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Das Deutsche Schiffahrtsmuseum verfügt über einen der größten Bildbestände zur Kunst mit [ ... ]

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Linz (A), 18.–20.10.2017

Kunst & Revolution

Moderne Kunst und Revolution unterhalten riskante Beziehungen. Einerseits behauptet die [ ... ]

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Potsdam, 12.–14.10.2017

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Als eines der politischen Zentren des Deutschen Reiches wurde die idyllisch-pittoreske [ ... ]

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Hildesheim, 02.–04.11.2017

Sgraffito im Wandel

30 Jahre nach Einzug der ersten Studierenden der Wandmalerei-Restaurierung wird die HAWK [ ... ]

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München, 12.–14.10.2017

Batavia in Bavaria

Wenn von den überregionalen Inspirationsquellen für die Kunst und Kultur Süddeutschlands die [ ... ]

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Lugano (CH), 19.–20.10.2017

Fragen und Perspektiven für eine Kunstgeschichte der Gegenwart

Die Tagung thematisiert die Rolle der Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker in Beziehung [ ... ]

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Cambridge (UK), 20.–23.09.2017

Collections, Displays & The Agency of Objects

Conference organized as part of the BMBF project Parerga and Paratexts – How Things Enter [ ... ]

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Ulm, 13.10.2017

Ulmer Museum - Museum Ulm

Viele Museen wurden vor Jahrzehnten gegründet. Heute stehen sie vor der Frage, wie sie sich [ ... ]

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Burgen des Nordens 3

Die Epoche der Konfessionalisierung zwischen 1500 und 1620 hat das mittelalterliche Europa [ ... ]

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Freiburg i. Br., 12.–13.10.2017

Wen braucht das Museum?

Wie verändert sich die museale Arbeitswelt und wie verändert sich Museumspersonal? Neue und [ ... ]

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Vom 5. – 7.10. veranstaltet das Graduiertenkolleg »Identität und Erbe« seine erste [ ... ]

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Cottbus, 28.–30.09.2017

Augusta von Preußen und Fürst von Pückler Muskau

Die Tagung ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellungen "Pückler.Babelsberg - Der grüne [ ... ]

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Berlin, 20.–21.10.2017

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Bereits heute ist deutlich, dass ein möglicher Erhalt kerntechnischer Anlagen im Hinblick auf [ ... ]

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Rudolstadt, 20.–21.10.2017

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Dresden, 21.–23.09.2017

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Münster, 26.09.2017

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In diesem Sommer finden zum fünften Mal in Münster die „Skulptur Projekte“ statt. Wir nehmen [ ... ]

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München, 04.10.2017

Kolloquium „NS-Kunst“ zeigen

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Die Epoche der Reformation erscheint untrennbar verbunden mit den druckgraphischen Porträts [ ... ]

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Oldenburg, 02.–03.11.2017

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Im Rahmen des Forschungsprojekts "Das Bauhaus in Oldenburg - Avantgarde in der Provinz" [ ... ]

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Bonn, 30.11.–01.12.2017

Raub & Handel

Jedes Jahr im Herbst veranstaltet das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste eine Fachkonferenz. [ ... ]

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Berlin, 25.–27.11.2016

3. Forum Architekturwissenschaft

Architektur ist eine besondere Disziplin. Die Vielfalt ihrer Bezüge zwischen Kunst und [ ... ]

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Bonn, 15.–16.12.2017

Gründerseminar STARTER des Ver­ban­des Dt. Kunst­historiker

Das Gründerseminar STARTER richtet sich vor allem an Studie­ren­de höherer Semesters und an [ ... ]

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Dresden, ab 02.10.2017

Einzelunterricht Fotografiewissen

Dieser Kurs richtet sich an alle, die einen ersten Zugang zu Fotografiewissen finden wollen [ ... ]

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Düsseldorf, 19.–20.01.2018 / München, 27.–28.01.2018

Profi werden, Profi sein – Seminar für freie Lektoren

Das zweitägige Seminar für freie Lektoren richtet sich sowohl an Berufsein­stei­ger als auch [ ... ]

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Nürnberg, 11.10.2017 / München, 08.12.2017

Basis­wissen zur Selb­ständig­keit für Kreative

Die Tagesseminare geben einen ersten Überblick über die wich­tig­sten Themen­bereiche, die [ ... ]

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Potsdam, 06.10.2017–31.08.2018

Management Marketing Kommunikation 2017-2018

Die berufsbegleitende Weiterbildung des Studiengangs Kulturarbeit und der Zentralen [ ... ]

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Nordhorn, 21.–22.10.2017

Kunstvermittlungs-Werkstatt "Nach dem SuperKunstSommer"

Der europäische SuperKunstSommer 2017 hat begonnen! Zu den bekanntesten Großausstellungen [ ... ]

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Krems (A), Okt. 2017 - Juli 2019

Universitätslehrgang „Interdisciplinary Methods in Graphic Art, Book and Document Conservation“

Unser schriftliches und graphisches kulturelles Erbe zu erhalten ist eine komplexe [ ... ]

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Berlin, 16.10.2017-10.4.2018

Manage­ment im Kunst­markt

Das Weiterbildungsprogramm Management im Kunstmarkt richtet sich vor allem an junge [ ... ]

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Fotografie für Kunsthistoriker in Weiterbildung

Dieser Einzelunterricht mit der Fotografiespezialistin Kristin Dittrich richtet sich an alle [ ... ]

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Düsseldorf, zum WS 2017/2018

Master-Studiengang „Kunstvermittlung und Kulturmanagement“

Seit dem Wintersemester 2008/09 existiert mit dem Schwerpunkt "Kunstvermittlung in Museum und [ ... ]

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Köln, 05.10.2017

Einführung in die digitale Dokumentation

Die digitale Dokumentation steht nicht mehr in der Tradition der Zettelkästen mit [ ... ]

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Köln, 06.10.2017

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Köln, 09.11.2017

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Tübingen, ab WS 2016/17

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Ab dem WS 2016/17 startet die Universität Tübingen einen neuen Studien­schwer­punkt: Bei der [ ... ]

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Der berufsbegleitende Weiterbildungsmaster „Kulturelle Bildung an Schulen“ ist eine [ ... ]

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Masterstudiengang­ „Schutz Euro­päi­scher Kultur­güter“

Das berufsbegleitende Master­studium „Schutz Europäi­scher Kultur­güter” bietet die [ ... ]

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Kernfach-Master Kunst­ge­schich­te an der Uni­ver­sität Trier

Das Fach Kunstge­schich­te der Universität Trier bietet seit dem WS 2013 einen [ ... ]

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