„Trierer Manifest“
Positionspapier der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger

Der Vorstand des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V. unterstützt das Positionspapier „Trierer Manifest“, das Mitte Juni 2018 im Zuge der Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL) in Trier erarbeitet wurde.


Trierer Manifest

Positionspapier der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland, Juni 2018

Die Mitglieder der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland (VDL) trafen sich vom 11. bis 13. Juni zu ihrer Jahrestagung in Trier. Das Europäische Jahr des Kulturerbes 2018 bot unter der Überschrift „Erinnerung und Aufbruch“ inhaltlichen Rahmen und Programm der diesjährigen Fachtagung.

Im Rückblick auf das Europäische Denkmalschutzjahr 1975 und in Bejahung der Ziele des Deutschen Beitrags zum Europäischen Jahr des Kulturerbes 2018 bekräftigt die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger gegenüber der Zivilgesellschaft die eigene spezifische fachliche Verantwortung für die Vertretung der Belange von Denkmalschutz und Denkmalpflege.

Die Konservatorinnen und Konservatoren der Denkmalfachbehörden der Bundesländer begrüßen die von der Kulturministerkonferenz der europäischen Staaten am 28. Januar 2018 verabschiedete Erklärung von Davos. In Ableitung der darin formulierten Bedeutung der geschützten Kulturgüter rufen die Mitglieder der VDL die seit den modernen Denkmalschutzgesetzen der Länder geltenden Grundsätze von Denkmalschutz und Denkmalpflege öffentlich in Erinnerung und appellieren an die damit einhergehende Verantwortung für Pflege und Bewahrung des baukulturellen Erbes.
Anlass ist die Sorge um die unter ungeheuren Investitionsdruck geratenen Kulturdenkmäler in den Ballungsräumen und Schwarmstädten sowie die durch den demographischen Wandel in den ländlichen Regionen vom Verlust bedrohten Kulturdenkmäler.

Die Vereinigung der Landesdenkmalpflege unterstreicht die Bedeutung der Kultur als verbindendes und lehrendes Element der Völker Europas vor Staat und Nation. Europas bauliches und archäologisches Erbe als Bestandteil seiner Kultur vermittelt seinen Völkern das Bewusstsein ihrer gemeinsamen Geschichte. Die Botschaft, die Einigkeit Europas auch als dauerhaft herausforderndes Friedensprojekt zu begreifen, wird gerade durch die geschützten materiellen Zeugnisse der Vergangenheit veranschaulicht. Dabei sind Bildung und Wissen Schlüssel zur Aufklärung und zum Erhaltungswillen für das bedeutende baukulturelle Erbe in Deutschland.

Die Denkmalfachbehörden sind bereit, angesichts neuer Herausforderungen in Europa ihren gesetzlichen Vermittlungsauftrag an die Bürgerinnen und Bürger zur identitätsstiftenden Teilhabe an Denkmälern verstärkt wahrzunehmen.
Die Mitglieder der VDL appellieren daher anlässlich des Europäischen Jahres des Kulturerbes 2018 und in Bekräftigung der Erklärung der Kulturministerkonferenz von Davos an die Kultusministerkonferenz in Deutschland und an die für Denkmalschutz und Denkmalpflege verantwortlichen Ministerinnen und Minister:

  • Wirken Sie auf eine breite kulturelle Bildung aller Bevölkerungsschichten und sozialen Gruppen durch die Verankerung der Bedeutung des baulichen und archäologischen Erbes in den Bildungsplänen der Länder hin!
  • Gewährleisten Sie in allen Ländern ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen in allen Fachämtern zur nachhaltigen Sicherung des Vermittlungsauftrages an die Bürgergesellschaft und insbesondere an die junge Generation!
  • Entwickeln Sie innovative politische Vernetzungsstrategien für die Bau- und Bodendenkmäler in Stadt und Land, um die Teilhabe an diesem kulturellen Erbe den Bürgerinnen und Bürgern aller Regionen auch zukünftig zu ermöglichen!

Dr. Markus Harzenetter
Vorsitzender der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger
im Auftrag der Landeskonservatorinnen und Landeskonservatoren


 
Das VDL-Positionspapier „Trierer Manifest“ finden Sie hier zum Download (PDF).

Die Davos Declaration 2018 finden Sie hier.


Kontakt zur VDL-Geschäftsstelle:
Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL)
c/o Landesamt für Denkmalpflege Hessen
Rebekka Schindehütte M.Sc.HM
Schloß Biebrich/Westflügel
65203 Wiesbaden
Telefon: 0611/6906-197 (Mo./Mi. 08.00-12.00)
E-Mail: rebekka.schindehuette(at)lfd-hessen.de