Ein Zuhause in der Fremde.
Architektur von Einwanderern zwischen 1600 und heute

Samstag, 11.03.2017
9.00–16.15 Uhr, Chemie, HS 2

Leitung: Hans-Georg Lippert, Dresden / Matthias Exner, München

Beschreibung

Migration in großem Maßstab hat es in Mitteleuropa oft gegeben, und jedes Mal standen die Migranten vor der Aufgabe, sich ihrer Identität zu versichern, zugleich aber in einer anderen Gesellschaft anzukommen und sich dort eine neue Heimat zu stiften. Welche Rolle spielten Architektur und Kunst dabei? Suchte man das Altvertraute, wollte man sich assimilieren oder ging es um die Schaffung gänzlich neuer Bezüge? Musste die neue Heimat überhaupt architektonisch bestimmt werden oder war das unnötig, weil man nicht örtlich, sondern in geistig-religiösen Kontexten beheimatet war?

Die Sektion beschreibt unterschiedliche architektonische Zeugnisse von Migranten und spannt dabei einen Bogen vom 17. bis zum 21. Jahrhundert. Die Bauten protestantischer Zuwanderer in Franken und Polen werden ebenso betrachtet wie die deutsche Überformung Straßburgs in wilhelminischer Zeit, die Architektur der Heimatvertriebenen in der alten Bundesrepublik nach 1945 oder Moscheebauten im heutigen Berlin. In allen Fällen geht es um Menschen, die dauerhaft ins Land kamen und sich auf jeweils eigene Weise dort erkennbar einrichteten.

Sektionsvorträge


9.00–9.30 Uhr
Einführung durch die Sektionsleitung

9.30–10.00 Uhr
Thomas Wenderoth, Bamberg
Architektur von Einwanderern versus Architektur für Einwanderer? – Baukulturelle Zeugnisse des 17. Jahrhunderts in Franken

10.00–10.15 Uhr
Diskussion

10.15–10.45 Uhr
Heidi Stecker, Leipzig
Holzhäuser und Betstuben. Über mennonitische Siedlungen in Masowien

10.45–11.00 Uhr
Diskussion

11.00–11.45 Uhr
Pause

11.45–12.15 Uhr
Tobias Möllmer, Karlsruhe
Migrations- oder Kolonialarchitektur? Transferprozesse im Straßburger Wohnbau durch die deutsche Zuwanderung 1871–1918

12.15–12.30 Uhr
Diskussion

12.30–14.30 Uhr
Pause

14.30–15.00 Uhr
Elisabeth Fendl, Freiburg i. Br.
Heimat als Dekor. Zur Ikonografie öffentlicher Gebäude in Vertriebenengemeinden

15.00–15.15 Uhr
Diskussion

15.15–15.45 Uhr
Rochus Wiedemer, Dresden
Bauten und Projekte der Berliner Moscheenlandschaft, 1973–2014

15.45–16.15 Uhr
Diskussion