Das Klahn-Stipendium

Im Jahre 2007 wurde der Stiftungszweck durch die beiden Stifter und den Rechtsträger einvernehmlich verändert: Neben die Förderung der Kunst ist die der Bildung getreten, die durch die Vergabe eines Forschungs- und Nachwuchsstipendiums Erfüllung findet.

Die Klahn-Stiftung vergibt ab 2010 das »Klahn-Stipendium« an ausgezeichnete Nachwuchswissenschaftler/innen vorzugsweise der Kunstgeschichte, der Geschichte oder der Theologie, deren Arbeit sich mit der Erforschung der Geschichte der Kunst in Norddeutschland im 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Nachkriegszeit, des Werkes des Namenspatrons und des Verhältnisses von Kunst und Kirche in dem genannten Zeitraum befasst.

Dauer des Stipendiums:

Das Stipendium wird auf die Dauer von in der Regel zwei Jahren vergeben und kann in besonders begründeten Fällen um ein Jahr verlängert werden. Es soll grundsätzlich einer Doktorandin oder einem Doktoranden der Kunstgeschichte, Geschichte oder Theologie zufallen, die/der ein Thema in diesem Gebiet gewählt hat.

Leistungen für die Stipendiatinnen und Stipendiaten:

Die Stipendiatin/der Stipendiat erhält einen festen Zuschuss zum Lebensunterhalt, das Gastrecht für den Zeitraum des Stipendiums im Kloster Mariensee, einen Reisekostenzuschuss sowie einen Druckkostenzuschuss zur Veröffentlichung der Arbeit in Buchform in einer Publikationsreihe der Klahn-Stiftung.

Auswahl der Stipendiaten/innen:

Die Auswahl besorgt ein Kuratorium, dem Mitglieder des Vorstands der Klahn-Stiftung sowie Wissen-schaftler/innen und Fachleute in den genannten Fachgebieten aus in der Regel norddeutschen Universitäten und anderen norddeutschen Einrichtungen (Museen, Fachbibliotheken, Archive etc.) angehören. Bei der Auswahl der Stipendiaten/innen sind Dauer und Verlauf des Studiums, die Abschlussnote, das Lebensalter und besondere Qualifikationen wichtige Entscheidungskriterien.

Anforderungen an die Stipendiaten/innen während der Dauer des Stipendiums:

Die Regelausstellung in den Räumlichkeiten des Klosters Mariensee ist eine Dauerausstellung »Erich Klahn (1901–1978) – Panorama eines Lebenswerkes«, die aus den Sammlungsbeständen der Stiftung, ergänzt von Dauerleihgaben aus privater Hand und anderen Museen und Archiven, zusammengestellt ist. Dem Stipendiaten/der Stipendiatin wird nach Abschluss eines Stipendiatenzyklus die Möglichkeit geboten, im Regelfall jeweils in jedem dritten Jahr, eine Sonderausstellung zu veranstalten, deren Gegenstand das Thema des Forschungsstipendiums ist. Der Stipendiat/die Stipendiatin soll hier die Ergebnisse der Arbeit der Öffentlichkeit vorstellen und als verantwortliche/r Kurator/in tätig werden.

Unter der Fachaufsicht der zuständigen Stellen der Klosterkammer Hannover wird der konservatorische Zustand der Werke in Archivdepot und Dauerausstellung einer regelmäßigen Prüfung unterzogen. Der Stipendiat/die Stipendiatin soll sich ferner an der Betreuung des Klahn-Archivs im Kloster Mariensee für die Dauer des Stipendiums als Kustos/Kustodin beteiligen.

Es werden der Öffentlichkeit regelmäßig Veranstaltungen (bis zu dreimal im Jahr) angeboten, die dazu beitragen, die Kenntnis der Geschichte der Kunst in Norddeutschland im 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Nachkriegszeit, des Werkes des Namenspatrons und des Verhältnisses von Kunst und Kirche zu befördern. Dies kann durch Ausstellungseröffnungen, Vorträge, Seminare, Kolloquien, organisierte Reisen erfolgen. Eine dieser Veranstaltungen soll regelmäßig von dem Stipendiaten/der Stipendiatin in Form eines Vortrags oder der Leitung eines Seminars oder einer Exkursion bestritten werden.

Die Stiftung will mit der Stipendienvergabe einen Beitrag zur Ausbildung von jungen Nachwuchswissenschaftlern/innen leisten, der sie umfassender als die rein fiskalische Vergabe eines Stipendiums (zum Beispiel nach NaFöG) es vermag, zu einer weiterführenden beruflichen Tätigkeit qualifiziert. Neben den theoretischen Anteil der akademischen Qualifizierung (zum Beispiel der Promotion) tritt ein praktischer Anteil (Kuratierung einer Ausstellung, Veranstaltungsplanung und Publikationsvorbereitung).

Ferner will die Stiftung einen lebendigen Beitrag zur wissenschaftlichen Kenntnis der Geschichte der Kunst in Norddeutschland im 20. Jahrhundert leisten. Diese gehört zu den am wenigsten bekannten und noch kaum erschlossenen Forschungsfeldern in den oben genannten historischen Wissenschaften.

Die Stiftung kann nur sachlich bestimmte und zeitlich begrenzte Forschungsvorhaben unterstützen. Sie räumt Forschungsprojekten Vorrang ein, die wegen ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse von herausragender Qualität sind und daher größtmöglichen Nutzen der verfügbaren Mittel erwarten lassen.

Einem Wunsch der Stifter und der Klosterkammer Hannover entsprechend ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein besonderes Anliegen. Vorhaben, die qualifizierten jungen Forscherinnen und Forschern für begrenzte Dauer die Möglichkeit zu wissenschaftlicher Arbeit und zur Verbesserung ihrer beruflichen Ausbildung bieten, finden bei der Vergabe des Stipendiums besondere Beachtung.

Interessenten/innen richten ihre Bewerbung an den Vorsitzenden der Klahn-Stiftung,
Dr. Jürgen Fitschen, der auch nähere Informationen erteilt.

Klahn-Stiftung

Sammlung und Archiv im Kloster Mariensee
Vorsitzender Dr. Jürgen Fitschen
c/o Klosterkammer Hannover
Frau Paola Castner
Eichstraße 4
30161 Hannover

Bewerbungsschluss: 31. März 2010

Beginn des Stipendiums: 1. Mai 2010 oder später

Leistungen:

  • 24 x 1100 Euro in monatlichen pauschalen Zahlungen
  • Gegebenenfalls Reisekostenzuschuss und Sachkostenzuschuss
  • Druckkostenzuschuss zur Publikation der Forschungsergebnisse
  • Gastrecht im Kloster Mariensee

Bewerbungsunterlagen

Einer Bewerbung auf ein Forschungsstipendium sind unbedingt folgende Unterlagen beizufügen:

  • Antragsübersicht
  • Beschreibung des Vorhabens (maximal 8 bis 10 Seiten)
  • Zeitplan
  • Angabe der notwendigen Reisen in Archive, Bibliotheken und Museen oder zu anderen Zielen, die für die Erstellung der Forschungsarbeit erforderlich sind, sowie eine Aufstellung der entstehenden Kosten (für Hin- und Rückreise und Unterkunft, jedoch keine pauschalierten Tage- und Übernachtungsspesen)
  • Angaben zu den anfallenden Sachkosten (z. B. Fotokopien oder Verfilmung von Archivmaterial, Fotoarbeiten etc., jedoch kein pauschales Büchergeld)
  • tabellarischer Lebenslauf mit Publikationsverzeichnis und akademischen Zeugnissen
    (Abitur, Examen, Magister etc.)
  • Zwei Fachgutachten von Hochschullehrern; die Gutachten sind von den Verfassern direkt an die Stiftung zu senden.

Weitere Informationen:
http://www.klahn-stiftung.de

Quelle: Erich-Klahn-Stiftung