Veranstaltungskalender

Veranstaltungskalender

Frankfurt, 09.12.-11.12.2010

Aus aller Herren Länder

Die Künstler der 'Teutschen Academie' von Joachim von Sandrart

Auf der Grundlage der Faksimile-Edition der 'Teutschen Academie der Edlen Bau-, Bild und Mahlereykünste' (1675-1680), die seit 1994/95 auch jenseits der deutschsprachigen Länder den Zugang zu den Bänden Joachim von Sandrarts in ihrem gesamten Text und mit allen Abbildungen erheblich erleichtert hat, haben sich in ganz Europa die Forschungen zu diesem bedeutenden Werk der Kunstliteratur des 17. Jahrhunderts deutlich verstärkt: Schwerpunkte stellten in diesen Untersuchungen die textlichen und bildlichen Quellen des deutschen Malers und Schriftstellers Sandrart, seine Strategien in der Redaktion der Bände, die Zusammenarbeit mit Künstlern, Dichtern und Gelehrten sowie die Nutzung seiner Schrift in Deutschland ebenso wie - in lateinischer Übersetzung - in Italien, Frankreich und den Niederlanden seit dem 17. Jahrhundert dar. Der Zeitraum seit der Faksimile-Übersetzung war folglich reich an Beiträgen, durch die Sandrarts opulente Publikation neu bewertet werden konnte. Eine Bündelung vieler neuer Ergebnisse dieser intensiven Beschäftigung der vergangenen Jahre erfolgte in der seit einiger Zeit verfügbaren neuen, kommentierten und mit Tiefenerschließung ausgestatteten Online-Edition der 'Teutschen Academie' (verfügbar unter http://ta.sandrart.net): Diese Forschungsplattform wird - so hoffen wir - weitere, noch unvorhersehbare Untersuchungen und Ergebnisse ermöglichen.

Das Ziel des nun geplanten Kolloquiums ist eine Bestandsaufnahme der erreichten Situation hinsichtlich der Auseinandersetzung mit den Künstlerviten. Hier erscheint es uns sinnvoll, die Protagonisten der ergebnisreichen Forschungen der vergangenen Jahre - die Sandrart-Spezialisten - mit den Forschern zu den einzelnen Künstlern, für die Sandrart Viten verfaßte, ins Gespräch zu bringen. Folglich werden als Redner verschiedene Experten zu denjenigen Künstlern eingeladen, die Sandrart in seine 'Teutsche Academie' aufnahm: Ausgehend von einem "Viten"-Künstler werden sie gebeten, sich mit dem Sandrarttext der Teutschen Academie erneut kritisch auseinanderzusetzen und ein übergeordnetes Thema für den Vortrag festzulegen. Die Sandrart-Spezialisten hingegen werden zur Teilnahme an der Diskussion eingeladen: aus dem von zwei verschiedenen Blickwinkeln bestimmten Dialog erhoffen wir uns, auf der Basis der besonderen Fülle der Aspekte in der 'Teutschen Academie', neue Erkenntnisse für "beide Seiten der Forschung" - für die von Sandrart beschriebenen Künstler ebenso wie für die Bedeutung der 'Teutschen Academie' als Quellenschrift.

Nachdem wir eine Auswahl der Künstlerviten, die besonders wichtig oder noch nicht ausreichend bearbeitet erscheinen, getroffen hatten, lag eine Gliederung des Programms gemäß der historischen und regionalen Sortierung, die Sandrart selbst vornahm, auf der Hand: Eine erste, einführende Sektion widmet sich folglich den zeitlich und örtlich "fernen" Künstlern; sie wird am Rande auch die Möglichkeit bieten, sich mit den umfangreichen antiquarischen Ausführungen der 'Teutschen Academie' zu beschäftigen, die den vorherrschenden Teil der Bände ausmachen. Den Abschluß des Tages soll ein Beitrag zu Sandrarts eigenem "Lebenslauf" bilden. Der zweite Tag wird sich hauptsächlich den italienischen Künstlern widmen, wobei die Aufmerksamkeit zum einen darauf liegt, das Verhältnis Sandrarts zur Tradition der Viten Vasaris vertiefend zu untersuchen, zum anderen durch wenige und wohl ausgesuchte Episoden die Erfahrungen des Künstlers während seines Aufenthaltes in Italien und deren spätere literarische Aufarbeitung für die 'Teutsche Academie' zu beleuchten. Der dritte Tag schließlich ist den "Hoch- und Niederteutschen" Künstlern sowie den Malern "französischer Nation" vorbehalten, eine höchst umfangreiche Gruppe von deutschen, flämischen, französischen und holländischen Malern, Bildhauern und Architekten des 16. und 17. Jahrhunderts, deren Viten von Sandrart zu einem großen Teil auf der Basis von schriftlichen Quellen, mündlichen Mitteilungen und einer Autopsie der Werke geschaffen wurden.

Mit dem Kolloquium in Frankfurt, der Vaterstadt Sandrarts, hoffen wir, durch die Einbeziehung nicht nur historiografischer, sondern auch stilistischer, theoretischer und technischer Aspekte die Komplexität eines Werks deutlich werden zu lassen, das vom Autor bis zum Erscheinen der lateinischen Ausgabe 1683 ständig auf dem neuesten Stand gehalten wurde (einer Künstlerpersönlichkeit aus den 'Omissa' dieser letzten Auflage wird jeweils der abschließende Beitrag einer jeden Sektion gewidmet), eines Werks, das vor allem aber durch seinen außergewöhnlich "weiten Blick" hervorsticht: Über die vielen europäischen Künstler hinaus wandte Sandrart seinen Blick nach China und fügte den mysteriösen "indianischen" Maler Higiemonte seinen Künstlerbildnissen hinzu.

Internationale Tagung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Organisiert als Kooperation des Kunsthistorischen Instituts in Florenz - Max-Planck-Institut (Alessandro Nova) mit dem Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Thomas Kirchner) von Susanne Meurer, Anna Schreurs und Lucia Simonato (Scuola Normale Superiore Pisa)

Programm

Donnerstag ­ 9. Dezember 2010,
Campus Bockenheim, Hörsaal A (Jügelhaus)
       
14.00 Uhr
Begrüßung: Alessandro Nova / Thomas Kirchner
Einführung: Anna Schreurs (KHI Florenz, Max-Planck-Institut)

Sektion I: AUS FERNEN WELTEN

14.30 Uhr
Phidias und die antike Skulptur
Andreas Thielemann (Bibliotheca Hertziana ­ Max-Planck- Institut für Kunstgeschichte, Rom)

15.15 Uhr     
Apelle e la pittura antica
Anna Anguissola (Ludwig-Maximilians-Universität, München)

16.00 Uhr     
Sandrarts «indianischer» Maler Higiemond ­ Eine authentische Künstlerpersönlichkeit oder ein Synonym für die fremdartige Malerei Asiens?
Friederike Wappenschmidt (Swisttal-Buschhoven)

17.00 Uhr
Der «teutsche Apelles», oder die «Kunst-Biene»: Die Sandrart-Biographie aus der «Teutschen Academie» im Kontext frühneuzeitlicher Biographik Martin
Disselkamp (Technische Universität, Berlin)

18.30 Uhr     
Abendveranstaltung (Campus Bockenheim, Kunstbibliothek-Städelbibliothek): Präsentation der Online-Edition von Sandrarts «Teutscher Academie» (www.sandrart.net)
Gudrun Gersmann (Deutsches Historisches Institut, Paris)

Freitag ­ 10. Dezember 2010,

Campus Westend, Casino Raum 1.801

Sektion II: AUS ITALIEN UND SPANIEN: DER KÜNSTLER LEBEN UND LOB

9.00 Uhr
Einführung: Lucia Simonato (Scuola Normale Superiore, Pisa)

9.30 Uhr
Legenden und Mißverständnisse in den ersten deutschen Michelangelo-Biographien
Heiko Damm (KHI Florenz, Max-Planck-Institut)

10.15 Uhr     
La triade carraccesca in Sandrart, un¹interpretazione originale
Giovanna Perini (Universit degli Studi di Urbino «Carlo Bo»)

11.15 Uhr
Caravaggio und seine Nachfolger: Konkurrierende Deutungsperspektiven
Sebastian Schütze (Universität Wien)

12.00 Uhr
«una certa facilit e disinvoltura parmigianesca»: Guido Reni e l¹acquaforte
Marzia Faietti (Uffizien, Florenz)

14.00 Uhr     
Leitbilder, Lehrer, Konkurrenten. Lanfranco im Spiegel der Viten Sandrarts, Belloris und Passeris mit einem besonderen Blick auf Domenichino
Elisabeth Oy-Marra (Johannes Gutenberg-Universität, Mainz)

14.45 Uhr
«Rom /(Š) ein mit Kunst erfülltes Theatrum»: Joachim von Sandrarts Blick
auf Nicolas Poussin, Henry Keazor (Universität des Saarlandes, Saarbrücken)

15.45 Uhr
Bernini e gli scultori del suo tempo
Andrea Bacchi (Universit degli Studi di Trento)

16.30 Uhr
Murillo-Biographien ­ Topoi und Inventionen von Sandrart bis Justi
Karin Hellwig (Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München)

18.00 Uhr
Abendvortrag (Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 2):
Leben und Lob des Galileo Galilei
Horst Bredekamp (Humboldt Universität zu Berlin)

Samstag ­ 11. Dezember 2010,

Campus Westend, Casino Raum 1.801
       
Sektion III: AUS DEUTSCHLAND, DEN NIEDERLANDEN UND FRANKREICH: DER KÜNSTLER
LEBEN UND LOB

9.00 Uhr     
Einführung: Susanne Meurer (KHI Florenz, Max-Planck-Institut)

9.30 Uhr
Die Transformation des Dürer-Bildes durch Sandrart im Übergang von der stadtbürgerlichen Öffentlichkeit zur barocken Wissensgesellschaft
Heike Sahm (Universität Siegen)

10.15 Uhr     
Joachim von Sandrarts Holbein-Bild
Stephanie Buck (Courtauld Institute, London)

11.15 Uhr     
Zur Darstellung Adam Elsheimers in Sandrarts «Academie»
Rüdiger Klessmann (Augsburg)

12.00 Uhr     
«der in meiner Profession mir (Š) zu großer Wißenschaft Anlaß geben konnte»: Sandrart folgt Rubens
Ulrich Heinen (Bergische Universität, Wuppertal)

14.00 Uhr     
Cornelis Bloemaert and the engraved Galleria
Jaco Rutgers (Amsterdam)

14.45 Uhr
Sandrart's life of Wallerant Vaillant and the early history of mezzotint printmaking
Simon Turner (Berlin)

15.30 Uhr     
Joachim von Sandrart's comments on Rembrandt and other Ðrivalsð in Amsterdam during the second half of the 1630s and first half of the 1640s
Eric Jan Sluijter (Universiteit van Amsterdam)

16.30 Uhr     
Sandrarts Vita des Johann Heinrich Schönfeld
Hans-Martin Kaulbach (Staatsgalerie Stuttgart)

17.15 Uhr     
Der Repräsentant der Pariser Kunstakademie: Charles Le Brun
Thomas Kirchner (Goethe-Universität, Frankfurt am Main)

18.00 Uhr     
Abschluss


Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich
Weitere Information unter
http://www.khi.fi.it/aktuelles/index.html

Quelle: KHI Florenz

Veranstaltungskalender (Anzahl 3)

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